Emirates: Begrenzte Zahl an Rückkehrer-Flügen läuft wieder
Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten am Samstag eine teilweise Schließung ihres Luftraums angekündigt und alle Flüge an den Flughäfen von Dubai ausgesetzt. Am Montag teilte das Medienbüro von Dubai am Abend mit, es werde wieder eine kleine Anzahl an Flügen möglich. Emirates erklärte, eine begrenzte Zahl an Rückkehrer- und Frachtflügen laufe wieder. Etihad Airways mit Sitz in Abu Dhabi flog laut Flugzeugtrackern unter anderem London, Paris, Amsterdam und Moskau an.
Warum die Flüge nun teils wieder aufgenommen wurden, teilten die emiratischen Behörden nicht mit. Denn die Gefahr iranischer Angriffe im Land und der Region besteht weiterhin. Ziel ist vermutlich, zumindest teilweise eine Heimkehr für gestrandete Touristen zu ermöglichen. Die Emirate wollen auch den Eindruck vermitteln, dass der Alltag im Land trotz der Angriffe weitergeht – dazu zählt auch eine schrittweise Normalisierung des Flugverkehrs.
Nach Angaben des DRV sind derzeit allein rund 30.000 Kunden deutscher Reiseveranstalter betroffen. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts nannte dies "eine einigermaßen verlässliche Größe".
Kritik am Vorgehen der Bundesregierung
Aus der Opposition kommt weiter Kritik am Krisenmanagement der Bundesregierung. Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann forderte einen entschlosseneren Einsatz zur Rückholung deutscher Staatsbürger. "Die Bundesregierung muss jetzt dafür Sorge tragen, dass die Zivilistinnen und Zivilisten, die in der Region festsitzen, weil es keine Möglichkeit für Flüge gibt, nach Deutschland kommen können", sagte sie. "Wir haben hier eine Schutzverantwortung."
Außenminister Wadephul korrigierte derweil eine Äußerung im ZDF-"heute-journal" zum Zeitpunkt einer offiziellen Reisewarnung des Auswärtigen Amts für die Golfstaaten. "Ich bedaure den Irrtum im @heutejournal gestern", schrieb der CDU-Politiker auf X. Die formelle Reisewarnung für die Golfstaaten bestehe in der Tat seit dem 28. Februar, ergänzte er. Das deutsche Außenministerium warne seit Mitte Januar vor einer möglichen Eskalation und Einschränkungen im Flugverkehr. Wadephul hatte am Montagabend in der Sendung auf mehrere Nachfragen von Moderatorin Marietta Slomka mehrfach darauf beharrt, dass es bereits vor dem 28. Februar eine Reisewarnung gegeben habe.
Auch erste Rückholflüge von Reiseveranstaltern geplant
Deutsche Reiseveranstalter arbeiten parallel weiter an der Rückreise festsitzender Urlauber. "Es geht darum, die Gäste zu beruhigen, Sachlichkeit, transparente Kommunikation mit ihnen zu haben, damit eben keine Panik ausbricht", sagte Anke Budde, Präsidentin der Allianz Selbstständiger Reiseunternehmen, im rbb-Inforadio. Zugleich warnte sie vor wirtschaftlichen Folgen, falls mit Dubai und Doha wichtige internationale Drehkreuze länger eingeschränkt bleiben. "Es herrscht eine große Unsicherheit."
Auch der Deutsche Reiseverband (DRV) setzt auf enge Abstimmung mit Behörden. DRV-Sprecher Thorsten Schäfer bekräftigte im Deutschlandfunk die Empfehlung des Auswärtigen Amts, "im Hotel zu bleiben und sich nicht auf eigene Faust in ein anderes Land oder zum Flughafen zu begeben".