Vor allem zu Beginn des Kriegs wurden Öltanker und Frachtschiffe angegriffen, mit Kamikazedrohnen, Marschflugkörpern und Sprengbooten. Nach iranischer Darstellung richteten sich die Attacken vor allem gegen Reedereien aus den gegnerischen Staaten, den USA und Israel. Ohne Koordination mit Teheran riskieren Schiffe bei der Durchfahrt Angriffe.
Nun warnen die Revolutionsgarden vor Seeminen in der Straße von Hormus. Am späten Mittwochabend veröffentlichten sie eine Karte mit einer Gefahrenzone in den üblichen Schifffahrtswegen. Vor dem Hintergrund der Kriegslage im Persischen Golf wird Schiffen geraten, eine weiter nördlich verlaufende Route zu nutzen, um einen möglichen Kontakt mit Seeminen zu vermeiden.
Ob tatsächlich Minen in den wenigen Kilometer breiten Korridoren liegen, ist unklar. Die USA hatten im Krieg nach eigenen Angaben einen Großteil der iranischen Marine zerstört. Zugleich verfügen die Revolutionsgarden über eine große Zahl kleiner, schneller Boote, die für solche Einsätze geeignet sind und in gut versteckten Küstenstützpunkten stationiert sein sollen.
Wie geht es jetzt weiter?
Eine nachhaltige Entspannung hängt von einem dauerhaften Frieden in der Region ab. Am Freitag wollen Vertreter aus Washington und Teheran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad darüber sprechen. Zunächst seien Vorgespräche auf Expertenebene geplant, hieß es aus pakistanischen Sicherheitskreisen. Am Samstagmorgen sei ein Treffen der Verhandlungsführer angedacht. Die Gespräche könnten bei Bedarf bis Sonntag andauern.
Für US-Präsident Donald Trump wird die Blockade zunehmend auch innenpolitisch zur Belastung. Er kann sich sogar eine Zusammenarbeit mit dem Iran vorstellen. Die Sicherung der Straße von Hormus könnte als gemeinsames Projekt organisiert werden, sagte er dem Sender ABC News zufolge. Das sei eine Möglichkeit, die Route zu schützen, auch vor anderen Akteuren. Details nannte er nicht.
Ob sich auch EU-Länder in der Zukunft an Marinemissionen vor der iranischen Küste beteiligen, ist unklar. Trump hatte die Nato-Verbündeten unter anderem aufgefordert, die USA bei der Sicherung der Straße von Hormus zu unterstützen. Diese hielten sich zuletzt mit Zusagen zurück. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte am Mittwoch, Deutschland werde in geeigneter Weise dazu beitragen, die freie Schifffahrt in der Straße von Hormus zu gewährleisten. Was das genau bedeutet, ist bislang unklar.