Von iranischer Seite nahm neben Außenminister Araghtschi unter anderem Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf als Verhandlungsführer teil.
Trumps jüngste Drohungen gegen den Iran
Am Sonntagnachmittag hatte Trump neue Drohungen in Richtung Teheran gesendet. Der Iran müsse seine "hoch bezahlten Stellvertreter" im Libanon unverzüglich daran hindern, Unruhe zu stiften, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social mit Blick auf die Hisbollah. "Wenn sie das nicht tun, werden wir den Iran erneut sehr hart treffen."
Dem Sender Fox News sagte Trump, er habe dem Iran wegen der Straße von Hormus eine dringende Warnung übermittelt. "Wenn ihr sie schließt, habt ihr kein Land mehr", wurde Trump von Fox News zitiert. "Ihr werdet nicht einmal mehr in euer verdammtes Land zurückkehren können."
Am Samstag hatte der Iran wegen der Lage im Libanon erklärt, die Straße von Hormus sei wieder geschlossen. Das US-Militär widersprach dieser Darstellung.
Dass allerdings auch der Iran an einer diplomatischen Lösung interessiert scheint, zeigte sich in der Reaktion des iranischen Verhandlungsführers auf die Querschüsse aus Washington. Die Amerikaner sollten sich bewusst sein, dass sie sich nicht in ihrer jetzigen ausweglosen Lage befänden, wenn solche Drohungen tatsächlich Wirkung hätten, schrieb Ghalibaf auf X. "Wir nehmen diese Äußerungen nicht ernst, dennoch wäre es ratsam, wenn sie mehr Zurückhaltung übten." Die iranischen Streitkräfte blieben bereit, auf andere Weise zu reagieren. "Unabhängig davon, wie viel sie reden, wir sind diejenigen, die handeln", schrieb Ghalibaf.
Trump greift "New York Times" an
Trump zeigte sich unterdessen erbost über eine Analyse der "New York Times", wonach der von ihm befohlene Krieg gegen den Iran letztlich fast nichts gebracht habe. Er verwies auf seiner Plattform Truth Social unter anderem auf die Erfolge im Kampf gegen das iranische Militär, die wirtschaftliche Lage im Iran und die Tatsache, dass die Straße von Hormus offen sei.
Trump bezeichnete die Berichterstattung der Zeitung als "verräterisch" und kündigte an, seine bestehende Klage gegen die "New York Times" um diese Aspekte zu erweitern. Die Zeitung sei "KORRUPT", behauptete er.
In der Analyse der Zeitung wird argumentiert, dass Trump die Öffnung der Straße von Hormus als Erfolg verkaufe, obwohl deren Schließung erst durch den von ihm befohlenen Krieg ausgelöst worden sei. Zudem habe es im Iran zwar Personalwechsel gegeben, aber das Machtsystem der Islamischen Republik sei weiter intakt und durch den Krieg vermutlich sogar gestärkt.
Die Zukunft von Irans umstrittenem Atomprogramm - das Trump als Grund für den Krieg angeführt hatte - sei weiterhin unklar, heißt es in der Analyse weiter. Der Iran wiederum habe sich mit dem Rahmenabkommen die Aussicht auf Sanktionserleichterungen und wirtschaftliche Hilfen gesichert. In der Summe stünden die USA nun schlechter da als vor dem Krieg.
Die USA und Israel hatten den Iran-Krieg Ende Februar begonnen. Anfang April trat eine Waffenruhe in Kraft, die jedoch vereinzelt gebrochen wurde. Vergangene Woche schlossen die USA und der Iran dann ein Rahmenabkommen ab - mit dem Ziel, innerhalb von 60 Tagen eine umfassende Einigung für ein Kriegsende zu erreichen.