Islamfeindliche Tat in Frankreich Neun Schweineköpfe vor Moscheen im Großraum Paris gefunden

red/AFP

Vor mehreren Moscheen in Paris und Umgebung sind Schweineköpfe abgelegt worden. Die Polizei ermittelt, Politiker und Vertreter muslimischer Gemeinden reagieren mit Empörung.

Vor mehreren Moscheen im Raum Paris sind am Morgen Schweineköpfe entdeckt worden (Symbolfoto). Foto: Rachel Boßmeyer/dpa/Rachel Boßmeyer

Vor mehreren Moscheen in Paris und in Vorstädten der französischen Hauptstadt sind mindestens neun Schweineköpfe gefunden worden. In Paris allein seien drei Schweineköpfe entdeckt worden, einer davon in einem Koffer, teilte die Polizei am Dienstag mit. Der Fund löste zahlreiche empörte Reaktionen aus. Schweine gelten im Islam als unreine Tiere, der Verzehr ihres Fleisches ist untersagt. 

Nach der Werbung weiterlesen

Innenminister Bruno Retailleau bezeichnete die Aktion als "unerträgliche Provokation". "Sich an religiösen Stätten zu vergehen, ist ein Akt unermesslicher Feigheit", erklärte Retailleau im Onlinedienst X. 

Zunehmender Hass auf Muslime

Die Justiz habe Ermittlungen aufgenommen, erklärte der Polizeipräfekt Laurent Nunez. Es werde alles getan, um die Verantwortlichen zu finden. Er sprach den muslimischen Gemeinden seine Solidarität aus. 

Der Rektor der Großen Moschee von Paris, Chems-Eddine Hafiz, sprach von einem "weiteren Kapitel im zunehmenden Hass auf Muslime". Er verurteilte die "islamfeindlichen Akte". 

In Frankreich leben zwischen fünf und sechs Millionen Muslime, die damit die größte muslimische Gemeinschaft in einem europäischen Land bilden.