Ja zum Großprojekt Neues Viertel belebt Innenstadt

Christl Schemm
Die Abbrucharbeiten haben bereits begonnen: Spätestens bis Ende März soll von den Gebäuden des früheren Einkaufszentrums in der Arzberger Innenstadt nichts mehr übrig sein. Der Stadtrat hat am Donnerstag einem neuen Bebauungsplan zugestimmt, sodass die Kassecker-Projekt GmbH in den nächsten beiden Jahren das Areal weiterentwickeln und bebauen kann. Foto: /Florian Miedl

Der Arzberger Stadtrat macht den Weg frei für eine neue Bebauung an der Auvera-Straße. Die Kassecker-Projekt GmbH plant dort unter anderem Gastronomie und Wohnungen.

Arzberg - Der Bereich zwischen Busbahnhof, Eis-Pino, Villa Weinberg und Fladenwiese wird in den kommenden zwei Jahren sein Gesicht total verändern. Wie bereits berichtet, hat die Kassecker-Projekt GmbH den Komplex des früheren Einkaufszentrums in der Arzberger Innenstadt Ende Oktober 2020 von der Stadt Arzberg gekauft, um dort ein neues Stadtviertel zu planen. Nun hat der Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstagabend der Aufstellung des Bebauungsplans „Karl-Auvera-Straße 1“ zugestimmt.

Bereits vor der Stadtratssitzung hatte der geschäftsführende Gesellschafter der Kassecker-Projekt GmbH, Bernd Fürbringer, der für die UPW im Stadtrat sitzt, im Gespräch mit der Frankenpost die Pläne für das Areal erläutert. Demnach werden dort mehrere Gebäude entstehen, die unterschiedlichen Zwecken dienen. Kernstück ist laut Fürbringer ein Dreiseithof, den er und seine Frau Marion Stowasser-Fürbringer – sie ist zweite Bürgermeisterin in Arzberg - entwickeln werden. „Dort soll ein neuer Begegnungsplatz geschaffen werden, an dem sich die Arzbergerinnen und Arzberger treffen können. Man kann dort sehr schön sitzen – mit Ausblick auf die Kirchenburg. Das soll ein weiterer Mittelpunkt werden, auch mit Gastronomie und verschiedenen Dienstleistern. Das Abhalten von Märkten ist an dieser Stelle ebenfalls denkbar“, kündigt Fürbringer an.

In Verhandlungen

Geplant seien ferner weitere Gebäude: zum einen für Wohnbebauung, zum anderen für Senioren. Gedacht sei an ein mehrstöckiges Mehrfamilienhaus und eine Einrichtung für Tagespflege oder eine Senioren-Wohngemeinschaft. Dafür befinde sich die Kassecker-Projekt GmbH, die das gesamte Vorhaben vorantreibe, noch in Verhandlungen mit Interessenten und Investoren. Einzelne Teile des Projekts würden dann wieder verkauft. Insgesamt handle es sich um eine Investition von mehreren Millionen Euro.

Architektonisch solle der Komplex ein „Eyecatcher“, also ein Hingucker, werden, sagt Bernd Fürbringer. „Unsere Architekten stehen in den Startlöchern.“ Das Areal werde von dem vielen Asphalt befreit und stattdessen mit zahlreichen Grünflächen versehen, denn schließlich sei der Bereich einer der schönsten Plätze in Arzberg.

Bis Ende 2024

Als zeitliche Perspektive peilt der Geschäftsführer an, bis Ende 2024 die Bauarbeiten abzuschließen und dann den Platz mit Leben zu erfüllen. Nach Abschluss der Arbeiten sollen die öffentlichen Flächen wieder an die Stadt zurückgegeben werden und nur die Bereiche, die bebaut sind, in Privatbesitz bleiben. Die Abbrucharbeiten haben bereits begonnen, bis spätestens Ende März sollen diese beendet sein.

Vor der Abstimmung für die Aufstellung des Bebauungsplans hatte Bürgermeister Stefan Göcking von einem „höchst erfreulichen Beschluss“ für die Stadt Arzberg gesprochen. CSU-Fraktionsvorsitzender Karl Röhrig dankte der Firma Kassecker für die Übernahme des Projekts und sagte: „Das ist eine tolle Geschichte.“

Blick zurück
Dort, wo das neue Stadtviertel entstehen soll, wurde bis 1994 Porzellan produziert. Am Gründonnerstag 1994 heulte zum letzten Mal die Werkssirene bei C. M. Hutschenreuther. Aller Protest der Belegschaft gegen die Schließung der Porzellanfabrik half nichts. 1996 wurden die Gebäude abgerissen. An ihrer Stelle wurde 1997 ein Einkaufszentrum mit mehreren Märkten und Geschäften gebaut, das damals als eine städtebauliche Errungenschaft galt. Doch schon nach wenigen Jahren schlossen Geschäfte und Märkte wie Schlecker, Rewe und Diska wieder. Der Komplex stand dann jahrzehntelang fast leer. Bis vor Kurzem konnten Kunden dort nur noch im letzten verbliebenen Laden, einem Getränkemarkt, einkaufen.
 

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