Jeder Euro zählt „Hilfe für Nachbarn“: Große Spendenaktion startet

Seit 25 Jahren unterstützt der Verein Menschen in der Region, die in Not geraten sind. Nun geht die große gemeinsame Spendensammlung in eine neue Runde.

Wenn ein Schicksalsschlag alles auf den Kopf stellt, können Familien in finanzielle Not geraten. Foto: picture alliance / dpa

Dieses Mal ist es sogar eine Jubiläumsaktion. Im November vor 25 Jahren hoben die Gründungsväter „Hilfe für Nachbarn“ aus der Taufe. Da sammelten Frankenpost und Sparkasse das erste Mal Spenden für Bedürftige aus der Region. Auf diese Weise kam seit dem Jahr 2000 die stolze Summe von 4,8 Millionen Euro zusammen. Die Gemeinschaftsaktion ist somit von Beginn an eine echte Erfolgsgeschichte. Vor allem dank der Dritten im Bunde: Den Wohlfahrtsverbänden. Sie sorgen dafür, dass die Hilfe dort ankommt, wo sie gebraucht wird.

Nach der Werbung weiterlesen

„Die eigentlichen Stars: Helfer der Wohlfahrtsverbände“

„Sie sind die eigentlichen Stars“, sagt Andreas Pöhlmann. Er ist Vorstandschef der Sparkasse Hochfranken, aber auch Vorsitzender des Vereins „Hilfe für Nachbarn“. Er bezeichnet es als große Leistung, dass sich die Mitarbeiter von Caritas, Rotem Kreuz oder Diakonie so engagiert um Bedürftige kümmern. „Mich freut es ganz persönlich, dass wir mit ,Hilfe für Nachbarn’ den Rahmen schaffen, damit sie noch besser arbeiten können.“

„Die Mitarbeiter der Wohlfahrtsverbände sind die eigentlichen Stars.“ Andreas Pöhlmann, Vereinsvorsitzender Foto: www.schwarzenbach-fotografie.de

Denn die Spendengelder gehen ohne Abzug an Menschen in Not. Und die Wohlfahrtsverbände wissen um die Situation in den Familien. Manchen fehlt das Geld für die Winterkleidung der Kinder, bei anderen ist die Waschmaschine kaputt gegangen oder das dringend benötigte Auto. Eine schwere Krankheit kann Familien aus der Bahn werfen oder die Geburt eines Kindes mit Behinderung stellt sie vor größte Herausforderungen. All das sind Fälle, bei denen schnelle und unbürokratische Hilfe gebraucht wird.

Dafür gingen im vergangenen Spendenjahr – von März 2024 bis Februar 2025 – über 2000 Einzelspenden ein, in einer Höhe von insgesamt 257.551 Euro. „Ein sehr gutes Spendenjahr liegt hinter uns“, bilanziert Pöhlmann. „Die Zahl der Einzelspenden ist irre“, freut er sich. Der niedrigste Betrag waren 85 Cent, die höchste Einzelspende lag bei 7500 Euro. „Jeder Euro zählt“, findet der Vereinsvorsitzende und erzählt von einem Senioren aus der Region, der seine Betriebsrente an „Hilfe für Nachbarn“ spendet – als Dauerauftrag.

Auch viele Firmen aus den Landkreisen Hof und Wunsiedel überweisen regelmäßig größere Spenden für die Aktion. Ihnen dankt Pöhlmann ebenso. Genau wie allen Geburtstagskindern, die zu einem „Runden“ auf Geschenke verzichten und stattdessen für „Hilfe für Nachbarn“ sammeln lassen. „Auch das ist nicht selbstverständlich und freut uns natürlich sehr.“

Spenden ohne Abzüge in der Region

Pöhlmann weiß, dass es für viele Spender entscheidend ist, dass das Geld wirklich in der Region bleibt. „,Hilfe für Nachbarn’ ist hier tief verwurzelt, viele schätzen es sehr, dass die Spenden direkt an die Betroffenen gehen – ohne Abzüge.“ Alle Mitglieder im Verein bringen ihre Kompetenz und ihr Knowhow ehrenamtlich ein – ohne dass ein Cent an zusätzlichen Kosten entsteht. „Für die Region ist das eine wichtige Sache und ein großer Erfolg. Das war einfach eine richtig gute Idee, die die Gründungsväter damals hatten, andere Regionen beneiden uns darum“, weiß Pöhlmann.

Unbürokratische Hilfe in Krisenzeiten

Auch Andreas Heinkel bezeichnet „Hilfe für Nachbarn“ als großen Gewinn für die Region. Der Geschäftsführer der Frankenpost ist stellvertretender Vorsitzender des Vereins. Die Frankenpost unterstützt die Aktion mit anonymisierten Berichten über Menschen, die unverschuldet in Not geraten sind und sorgt so für die mediale Aufmerksamkeit. Laut Heinkel ist der Verein der Garant dafür, dass jeder Euro ohne Abzug bei den Menschen ankommt. Gerade in Zeiten, in denen weltweite Krisen auch in der Region spürbar seien, hält er diese unbürokratische Art der Hilfe für besonders wichtig.

Zu den Spenden aus der Region kommt noch ein stolzer Betrag dazu, den die Süddeutsche Zeitung über ihre Aktion „Adventskalender“ beisteuert. Dieses Geld wird bei „Hilfe für Nachbarn“ separat geführt und ist speziell für die Unterstützung bedürftiger Kinder und Jugendlicher bestimmt. Insgesamt flossen somit zusätzlich über eine Million Euro in die Region. Im abgelaufenen Spendenjahr waren es 60.000 Euro von der Süddeutschen Zeitung.

„Gerade in diesen Zeiten ist schnelle, unbürokratische Hilfe besonders wichtig“, sagt Frankenpost-Geschäftsführer Andreas Heinkel. Foto: Frank Wunderatsch

Das neue Spendenjahr 25/26 hat im Februar 2025 begonnen. Seitdem gingen 29.817 Euro ein. Die Ausgaben lagen bisher bei 125.458 Euro vom Hauptkonto und 43.640 Euro vom Adventskalender-Konto.

Hilfe für Nachbarn

Spenden:
Wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, helfen wollen, überweisen Sie Ihre Spende auf das Konto von „Hilfe für Nachbarn“ bei der Sparkasse. Die Spenden sind steuerlich absetzbar. Für Beträge von mehr als 300 Euro gibt es eine Spendenquittung (Adresse vermerken). Für kleinere Beträge reicht der Kontoauszug zur Vorlage beim Finanzamt.

IBAN DE 29 7805 0000 0220 0204 16