Auch den Vorwurf einer erhobenen Teilnahmegebühr für Weltcups bestritt Große. "Kein Sportler muss in diesem Verband einen Euro bezahlen, wenn er nicht will. Und wir werden hingestellt, als plündern wir unsere Athleten aus. Was für ein Schmutz." Demnach müssen Sportlerinnen und Sportler nur mehr zahlen, wenn sie auf eigenen Wunsch früher zu einem Weltcup anreisen wollen. Doch die Rechtfertigungen gerieten angesichts des Ausschlusses in den Hintergrund.
Kritik von DOSB und Journalisten-Verbänden
Der Deutsche Olympische Sportbund als Dachorganisation kritisierte das Hausverbot durch die DESG. "Wir erwarten von unseren rechtlich eigenständig und autonom handelnden Mitgliedsorganisationen, dass sie die Pressefreiheit in gleicher Weise respektieren, wie wir das tun", hieß es in einer Stellungnahme. Die Pressefreiheit sei ein "essenzielles Gut unserer Demokratie, das der DOSB selbstverständlich respektiert und wertschätzt".
Der Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) protestierte scharf gegen die Ausladung und wertete sie als klaren Eingriff in die Pressefreiheit. Zudem erinnerte er daran, dass die DESG öffentliche Gelder erhalte und daher eine besondere Verantwortung trage. Dem Versuch, kritischen Sportjournalismus zu reglementieren, trete man "vehement entgegen", schrieb der VDS. Aus Sicht des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV) war der Ausschluss ein "unglaublicher Vorgang".
Eisschnellläufer Petzold drohen nach Kritik Konsequenzen
Mit Konsequenzen muss Eisschnellläufer und Olympia-Teilnehmer Fridtjof Petzold rechnen, der bei den Winterspielen die seiner Meinung nach schlechte Betreuung und strukturelle Probleme angeprangert hatte. Es gebe DESG-Verantwortliche, die "sehr nah" beim Große angesiedelt seien, hatte Petzold gesagt. "Jeder hat da natürlich auch Angst, irgendwie was zu sagen, weil er um seinen Job besorgt ist, dass er ihn dann verliert."
Die Kritik konterte Große: "Der Athlet hat sich immer normal zu benehmen. Verbandsschädigende Aussagen kann er treffen, aber intern und nicht öffentlich", sagte er.