Jubiläumsausstellung Silberstein in 100 Bildern

Sandra Hüttner
Der älteste Silbersteiner, der 95-jährige Hans Wich, mit Gattin Getrud Wich (90 Jahre) und Sohn Uli Wich auf der Ausstellung. Auf einigen Fotos aus dem Jahr 1962 sind Vater und Sohn selbst zu sehen Foto: Sandra Hüttner

Das war etwas ganz Besonderes für den kleinen Ort: eine Ausstellung, die nicht nur die Dorf geschichte wider-spiegelte, sondern auch ungewöhnliche Menschen porträtierte.

Geroldsgrün-Silberstein - „100 Jahre – 100 Bilder“, so hat die Ausstellung im Sportheim in Silberstein gelautet. Sie spiegelte 100 Jahre Silberstein in verschiedensten Facetten wider, beginnend mit einem Gemälde aus dem Jahr 1951. Gemalt wurde es vom Geroldsgrüner Karl Löhner, der eine Silbersteinerin heiratete und für sie vorher das Bild schuf. „Es bildet das Cover auf der Bilder-CD zur Ausstellung“, erzählt Charles F. Deckelmann, der zum Team rund um das Jubiläum zählt.

Weitere Bilder stellten Ingrid Diezel, Carlsgrün, Beate Hofmann aus Schlegel, Markus Klötzer, Hans-Jürgen Lang, Rudolf Lang, Manfred Meißner, Armin Völkel, Manfred Völkel, Gerhard Wachter, Albin Wich, Uli Wich und Charles F. Deckelmann, alle Silberstein, zur Verfügung. „Alle haben in ihren Familienunterlagen gekramt“, erzählt Deckelmann, der die Fotografien einscannte und A4 vergrößerte.

„Das älteste Bild ist aus dem Jahr 1924 und zeigt die ersten vier Häuser von Silberstein“, erläutert Deckelmann bei einem Rundgang. Aber nicht nur das die Ortsentwicklung ist dokumentiert. Die Fotos zeigen auch besondere Menschen und Originale. Wie beispielsweise die „Wirtsfraa“ Irmengard Hornfeck, geborene Hain. Das Wirtshaus gibt es heute noch und wird von ihrem Sohn Marco und ihrer Schwester Elke Lang bewirtschaftet.

Viel kann Charles Deckelmann erzählen, von den Bildern und von Silberstein überhaupt. Ob nun vom Haus Nummer 3, der „Gaststätte Silberstein“ und dem Mina-Bergla oder von den achtjährigen Verhandlungen mit dem Forstbetrieb, der dann endlich im Jahr 2006 einen Waldstreifen einschlagen ließ, der den Silbersteinern im Winter ein paar Stunden länger mehr Sonne ins Tal bringt. Auch erzählt Deckelmann vom Bürgerentscheid im Jahr 1998 zur Verhinderung der Einführung von Straßennamen. „Mit Straßennamen wäre der Name Silberstein ausgelöscht gewesen und das wollten wir nicht.“ Natürlich gibt es auch Bilder vom Schieferbergwerk Lotharheil, dass zu Silberstein gehört, und vom Schul- und Wirtshausleben, vom mobilen Sägewerk von Ottmar Ströhlein und vom TSV Dürrenwaid, dessen Sportplatz sich in Silberstein befindet.

Bürgermeister Stefan Münch und Stellvertreter Helmut Franz besuchten die Ausstellung und hatten im Gepäck eine Erinnerungstafel, erstellt von der Firma Metallbau und Autoparksysteme Thomas Diezel aus Langenbach. „Sie kommt auf eine Schiefertafel und wird dann in der Ortsmitte platziert“, informierte der Bürgermeister, der den Akteuren rund um die Ausstellung dankte. „Ein toller Rückblick, der viel von Silberstein wiedergibt.“ Albin Wich, einer der Unterstützer der Ausstellung, dankte der Gemeinde und vor allem Charles F. Deckelmann und auch dem TSV Dürrenwaid mit Vorsitzenden Bernhard Ruf für die kostenlose Überlassung des Sportheimes. „Alles was im Rahmen der 100 Jahre Silberstein zusammengetragen worden ist, soll nun in einer Chronik zusammengeführt werden und nicht wieder im Nirgendwo verschwinden“, betont Wich. Sogar Unterlagen aus dem Staatsarchiv Bamberg lägen vor.

Deckelmann hat auf einer großen Fläche die Familie von Georg Christian Moritz Klötzer dargestellt – ein fleißiger Zimmermann, später Zimmermeister, der in den Jahren 1852 bis 1869 durch den Holzhandel zu Wohlstand kam. Mit seiner Frau Johanna Magdalena Singer aus Gerlas hatte er 15 Kinder, von denen sieben in Dürrenwaid Familien gründeten. Drei Söhne hatten 23 Kinder und die verheirateten Töchter als Wich, Deckelmann, Hornfeck und Oelschlegel 38 Kinder. Es gab also 61 Enkelkinder.

 

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