Zum Jubiläum Gery Gerspitzer fredlfeselt sich durchs Festzelt

Anja Lohneisen
Rüdiger Brunke (rechts) und Gery Gerspitzer Foto: Anja Lohneisen

Der Entertainer und Musiker präsentiert sein Kultprogramm beim Jubiläum des FC. Die Gäste kommen aus dem Lachen und dem Mitsingen nicht heraus.

Da wurde selbst der Künstler stutzig: „Ich werd verrückt, da vorn hockt der Fredl Fesl! Hod dir scho mal aaner gsagt, dass du wie der Fredl ausschaust?“ Gery Gerspitzer, der seit einigen Jahren mit dem Fredl-Fesl-Programm auf den Bühnen unterwegs ist, hat bei seinem Gastspiel beim FC Marktleuthen Rüdiger Brunke entdeckt, dem man gewisse Ähnlichkeiten mit dem Original durchaus nicht absprechen kann.

Optische und akustische Doubles

Dem Publikum im Zelt gefällt das. Viele Fotos werden gemacht: mit Rüdiger Brunke allein, mit dem akustischen Fredl-Double Gery Gerspitzer und und von beiden mitsamt dem echten Fesl auf der Fotowand im Hintergrund. Die Begegnung ist quasi das Tüpfelchen auf dem i, der Höhepunkt eines sowieso schon fulminanten Abends im Festzelt des FCM, Bestandteil der Festwoche anlässlich des „100+2-jährigen Jubiläums“ des Vereins.

Der Entertainer, Musiker und Kabarettist Gery Gerspitzer hätte schon im März 2020 in Marktleuthen auftreten sollen, aber wie so vieles musste auch dieser Termin verschoben werden. Und letztlich war es gut so. Für Gerspitzer ist es tatsächlich eine Premiere, sein Fesl-Programm in einem Festzelt zu spielen, und er kennt keine Grenzen dabei, sein Publikum mitzureißen, zum Johlen und Mitsingen zu bringen. „Wenn die Leit mitsinga könna, is des a Erfolg!“ Da darf es auch schon mal zweideutig eindeutig sein, da darf auch mal die „political correctness“ hinter der künstlerischen Freiheit zurückstehen. Fredl-Fesl-Fans kommen voll auf ihre Kosten.

Zeit für die Pause

Neben allem Klamauk erzählt der Rehauer auch feinfühlig von seiner Freundschaft mit Fesl und vom Werdegang des niederbayrischen Künstlers. Gerspitzer singt bekannte und unbekanntere Fesl-Lieder: Vom Ritter Hadubrand „und dem Fräulein aus dem Schloss, das sich in die Fluten schmoss“, singt er, und Gstanzerln vom Auto, das nicht fährt. Stets auf seine flüssige Sanduhr schauend, das Bierglas zu seinen Füßen. „Wenn’s leer ist, ist Zeit für die Pause“, erklärt er, übt Wortspiele mit Bier ein. Bierenäen, Bieraten und – wie schön – Sabrina Kaestner als Biergermeisterin; passenderweise bedient sie just an diesem Abend im Zelt. Bier alle. Pause.

Danach darf der Königsjodler nicht fehlen, herrlich schräg, man kennt’s ja. Für die Preißn übersetzt Gerspitzer ins Hochdeutsche – Translation und Transjodelation quasi. „Verleg’s Laminat“ statt „Feliz Navidad“ – so ein weiterer mitsingbarer Ohrwurm. Rabenschwarz die Version von Karel Gotts „Babicka“. Und natürlich die Geschichte von der „Liesl und dem Riesenneger im Nieselregen“. Grenzwertig? Nein, an diesem Abend nur grenzenlose Heiterkeit.

Für den FCM hat er natürlich auch Fesls Fußballlied dabei („44 Fußballbeine rasen hin und rasen her ...“), und ein Ausflug in die Schlagerwelt gefällt den textfesten Marktleuthenern genauso wie der absolute Fesl-Hit „Schnucki, ach Schnucki, fahrmer nach Kentucky“. Ja, und dann ist auch die zweite Halbe leer. Ein paar Zugaben gibt’s noch, und dann ist nach rasant verflogenen zweieinhalb Stunden Programm halt doch leider Schluss. Ausgefredlfeslt für heute.

 

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