Kabarett in Bad Steben Asül schießt sich auf Lamprecht ein

Sandra Hüttner
Django Asül zeigte sich in der Spielbank gewohnt bissig. Foto: Hüttner

Der Kabarettist ist zu Gast in Bad Steben. Besonders angetan hat es ihm in seinem Rückblick die ehemalige Verteidigungsministerin.

Zum Start ins neue Programm-Jahr hat die Bad Stebener Spielbank den bekannten Kabarettisten Django Asül ins Kunst- und Kulturfoyer „Casino live“ eingeladen. Der Niederbayer mit türkischen Wurzeln schaute im „Rückspiegel 2022“ in bekannt süffisanter Manier zurück aufs Jahr 2022. Die begeisterten Gäste erhielten einen temporeichen und kurzweiligen Blick auf die Ereignisse der letzten zwölf Monate und der Comedian ließ auch kein Fettnäpfchen aus, in das sich die politischen Akteure im vergangenen Jahr begeben hatten. Asül freute sich in Bad Steben, im Las Vegas von Bayern, gastieren zu können und versicherte, dass unter den Comedians klar ist, wer noch nicht in Bad Steben war, der zählt nichts. „Es gibt ja auch nur einige wenige Theater, die sich eine Spielbank angebaut haben“, stellte er bewundernd fest. Highlights und Riesenflops aus Politik, Gesellschaft und Sport nebst den großen Kuriositäten des Jahres – der Rundumschlag strapazierte die Lachmuskeln. „Es war ein hochspektakuläres Jahr mit vielen Überraschungen, denn wer hätte je damit gerechnet, dass die Queen in diesem Jahrhundert stirbt“, stieg Asül in den Rückblick ein.

„Was ist der Unterschied zwischen Christine Lamprecht und Pumuckl?“, fragte Asül in die Runde und gab selbst die Antwort – einem Pumuckl würde man jederzeit die Bundeswehr anvertrauen. Auch das Bürgergeld war Thema und Asül erinnerte an Gerhard Schröder, der vor 20 Jahren Hartz IV eingeführt hatte, damals noch Deutscher, was man sich heute gar nimmer vorstellen könne. „Das Jahr war ein bombastisches Jahr für Aktivisten“, wusste Asül und auch, dass man es als Aktivist zwar in die Bundesregierung schaffe, in die bayerische Staatsregierung aber nicht. „In Bayern hat man Aktivisten lieber eingesperrt, was wohl an dem kulturellen Problem gelegen haben mag, da die Aktivisten von außerhalb Bayerns nicht wussten, dass Bayern ein Land der Weiterfahrer sei.“ In der Autostadt Wolfsburg im Porsche-Pavillon hingegen war das Festkleben kein Problem. „Die Aktivisten wurden nicht eingesperrt, weil die Autos dort nicht weiterfahren und nur rumstehen“, erklärte Asül und hatte die Lacher auf seiner Seite.

Der Comedian verwies auf den „sanften Aktivismus“, der weniger Ärger beschere. „Den hat über Jahre hinweg Angela Merkel praktiziert“, erläuterte er und ergänzte, dass Merkel in 16 Jahren marode Straßen, Brücken und Schulen geschafft habe und selbst die Digitalisierung überwiegend analog. „Es ist nicht bekannt, dass sich Merkel jemals dafür angeklebt hätte“, versichert der Kabarettist. Neun-Euro-Ticket und Nachfolger das 49-Euro-Ticket waren ebenso Thema wie der Ukraine-Krieg, die Lieferung der 5000 Helme seitens der Verteidigungsministerin Lamprecht als eine praktische Schenkung, da diese ja auch außerhalb des Krieges gebraucht werden, ob nun beim Fahrradfahren, Bügeln oder Wäsche waschen. „Ein Helm geht immer.“ Christine Lamprecht hatte es dem Comedian angetan. „Sie ist ja so gesehen im Prinzip ein aktiver Friedensbeitrag, denn Frau Lamprecht versprüht den Charme einer Nachmittagsbetreuerin an einer norddeutschen Gesamtschule.“ Auch Robert Habeck stand im Mittelpunkt, wie etwa beim „Foto des Jahres“ als sich Habeck vorm Emir so tief verbeugte, dass wohl bei Toneinspielung „Suchen sie etwas“ zu verstehen gewesen wäre. „Der Obergrüne wird zum CO2-Junkie und seitdem geht in der EU das Gerücht um, dass der Habeck die Erderwärmung so bewusst vortreiben möchte, dass Deutschland im nächsten Winter nicht mehr heizen braucht“, sagte Asül.

 

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