Kanu-EM Ein letzter Test vor den Olympischen Spielen

Melanie Gebhardt Foto:  

Melanie Gebhardt geht an diesem Wochenende bei der Europameisterschaft in Polen an den Start. An den Wettkampfort in Poznan hat die Hofer Kanutin beste Erinnerungen.

Hof/Duisburg - Erst Mitte Mai die erfolgreichen Rennen in Szeged/Ungarn mit ihrem ersten Weltcupsieg in einem Frauen-Vierer, dann das Trainingslager im Bundes- und Landesleistungszentrum (BLZ) Kanurennsport in Duisburg/Wedau. Die Hofer Kanutin Melanie Gebhardt ist viel unterwegs zurzeit. Am Montag packte sie schon wieder Koffer. Am gestrigen Dienstag reiste der Athleten-Tross des deutschen Kanu-Verbands nach Polen. In Poznan (Posen) findet vom morgigen Donnerstag an bis zum Sonntag die Kanu-Europameisterschaft statt.

Start im Frauen-Vierer

Die 27-jährige Gebhardt wird am Freitag im Frauen-Vierer an den Start gehen. Am Sonntag sind dann die Finalläufe. Da will die Hoferin mit ihren drei Bootskolleginnen selbstverständlich auch dabei sein. Ob es am Ende zu einem Platz auf dem Treppchen reicht? Gar zum Europameister-Titel? „Über mögliche Platzierungen mache ich mir vor keinem Rennen Gedanken“, sagt Gebhardt. „Wir werden versuchen, das Beste herauszuholen, und dann werden wir schon sehen, wo wir landen.“

Gute Erinnerungen

Vielleicht doch ganz oben auf dem Treppchen. So wie 2016 schon mal, auch in Poznan: Bei der U 23-Europameisterschaft holte sich Melanie Gebhardt damals die Goldmedaille. Im Zweier über 1000 Meter. Insofern verbindet sie nur die besten Erinnerungen mit Poznan. Sie kennt die Örtlichkeiten , war dort schon mehrfach am Start, weiß, dass es auf der Regattastrecke auf dem 1952 künstlich angelegten Maltasee „öfter mal windig und wellig“ werden kann.

Zwischenschritt zu Olympia

Dessen ungeachtet ist Poznan aber auch ein weiterer Zwischenschritt hin zu den Olympischen Spielen 2021, dem viel wichtigeren Wettbewerb. Bekanntlich hatten Mitte Mai in Ungarn Melanie Gebhardt und Sarah Brüßler die letzten beiden Quotentickets im Zweier gesichert. Somit könnten nun sechs deutsche Athletinnen nach Tokio fahren. Das ist im Übrigen auch der erklärte Wunsch von Kanu-Bundestrainer Lars Kober. Ob dieses Kontingent jedoch voll ausgeschöpft wird, ist offen. Noch ist nichts offiziell.

Allerdings verdichten sich die Anzeichen, dass die Meldung durch den Kanu-Verband und die Bestätigung durch den Deutschen Olympischen Sport-Bund (DOSB) nur noch Formsache sind. Für Melanie Gebhardt ginge dann ein Traum in Erfüllung, ein Ticket für Olympia wäre der Hoferin dann wohl sicher.

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