Ein schnell rotierender Luftwirbel: Einige sprechen dabei von einem Tornado, andere von einer Wind- oder Wasserhose. Was ist richtig und wie unterscheiden sich die Phänomene?
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Aber was war dieser Sturm über der See eigentlich: ein Tornado, eine Wind- und Wasserhose oder eine Großtrombe? Teils hört man von dem einem, teils von dem anderen Begriff. Was ist der Unterschied zwischen diesen drei Bezeichnungen?
Die simple Antwort: Es gibt keinen. Mit den Begriffen Wind-, Wasserhose und Tornado werden die exakt gleichen meteorologischen Phänomene beschrieben.
Der Terminus Tornado ist an das lateinische Wort „tornare“ angelehnt und heißt wörtlich übersetzt „wenden“, „(sich) drehen“. Zu dem Kompositum Windhose hingegen kam es aufgrund der ursprünglichen Bedeutung der Hose als „Schlauch“. Entstehen derartige Phänomene über Wasser und nicht über Land, spricht man auch von Wasserhosen.
Der Eindruck, dass es einen Unterschied zwischen den beiden Begriffen gibt, wird wohl daher geweckt, dass man große Tornados, wie sie vor allem in den USA häufiger auftreten, von viel kleineren Windhosen in Europa abgrenzen möchte.
Zwischen Tornados und Windhosen besteht allerdings weder in ihrer physikalischen Natur noch in ihrer Stärke ein Unterschied. Korrekterweise werden die beiden Ausdrücke gleichbedeutend verwendet. Tornado ist heutzutage jedoch die gängigere und internationalere Bezeichnung.
Tornados sind Luftwirbel in der Erdatmosphäre, die auf einem sehr kleinen Gebiet entstehen und eine annähernd senkrechte Drehachse haben. Unter den entsprechenden Bedingungen können sich diese Phänomene an jedem Ort bilden.
Sie entstehen, wenn unter einer Gewitterwolke feuchtwarme Luft spiralförmig nach oben steigt und die Rotation dabei immer schneller wird. Experten zufolge werden jährlich im Schnitt zwischen 20 bis 60 Tornados in Deutschland nachgewiesen.
Tiefstehende Schauer- und Gewitterwolken sind Grundvoraussetzung für die Entstehung eines Tornados, erläutert der Tornado-Experte Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Wenn der Wind vom Boden bis zur Wolke zudem Richtung und Geschwindigkeit ändert, beginnen die Luftmassen sich zu drehen.
Damit sich der sogenannte Wolkenrüssel bildet, muss die aufsteigende Luft sehr feucht sein. „Die aus dem Wolkenrüssel freigesetzte Energie führt dazu, dass die Luft sich immer schneller dreht.“
Mit Hilfe von verschiedenen Skalen, die Faktoren wie Geschwindigkeit, Ausdehnung, Dauer, Intensität und Zerstörungspotenzial differenzieren.
Fujita-Skala: Bei der Fujita-Skala handelt es sich um eine Skala zur Schadensklassifikation für Tornados und Wirbelstürmen. Benannt ist sie nach dem Sturmforscher Tetsuya Theodore Fujita,der sie 1971 entwickelte.
Torro-Skala: In Europa wird auch die Torro-Skala verwendet, die zehn Stufen (T0 bis T10) zwischen 61 und 482 km/h unterscheidet und eine höhere Auflösung als die Fujita-Skala hat.