Keine Schwertransporte Thiersheim zeigt Tennet kalte Schulter

Thiersheim will keine Schwertransporte auf Gemeindestraßen zu den Baustellen des Stromnetzbetreibers Tennet. Foto: /Florian Miedl

Die Gemeinde gibt ihre Straßen für Transporte nicht frei. Auch ein Bauherr spürt Gegenwind. Er hat mehrmals nachträglich Genehmigungen eingeholt.

Thiersheim - Die Gemeinde Thiersheim wird von den Schwertransporten für den geplanten Bau des Süd-Ost-Links betroffen sein. Das gab Bürgermeister Werner Frohmader im gemeinderat bekannt. Hintergrund ist, dass Tennet bereits abgefragt hat, wie Leitungstrommeln transportiert werden können.

Betroffen sind konkret ein Standort südlich von Wampen und einer westlich von Grafenreuth. Die Gemeinde befürchtet laut Frohmader Schäden am Bankett und den Straßeneingrenzungen. Daraufhin sei der Gemeinde mitgeteilt worden, dass durch eine Verteilung der Last auf vier Achsen keine Schäden zu befürchten seien.

Es sei unlogisch, sagte Gerhard Lang, wenn die Gemeinde generell gegen die Trasse sei und jetzt dem Schwertransport zustimmen würde. Auch Martin Kneidl sprach sich gegen eine Zustimmung aus, weil man keinen „Vorsorgebeschluss“ fassen sollte, und weil zu befürchten sei, dass die Straßen, die von der Gemeinde finanziert worden seien, durch den Transport kaputt gemacht würden. Nachdem fast alle Gemeinderäte ihre ablehnende Haltung gegen die Schwertransporte zum Ausdruck gebracht hatten, lehnte der Gemeinderat einstimmig die Nutzung der gemeindlichen Straßen mit der Begründung ab, dass die Gemeinde generell gegen den Bau der Trasse sei und man zunächst den Ausgang des Verfahrens gegen die Trasse abwarten wolle.

Erst der Bau dann die Genehmigung

Die beantragte Tektur zu einem bereits genehmigten Neubau von Lagerhallen für Rundholzaufbewahrung und zur Vermietung von regenerativen Beleuchtungsmitteln im Bereich des Baugebietes „Am Plärrer“ erhitzte die Gemüter im Gemeinderat. Der Antragsteller habe erstmals im Jahr 2009 einen Bauantrag für eine Halle zur Hackschnitzeltrocknung gestellt, dann habe er eine Photovoltaikanlage gebaut, „und jetzt hat er schon wieder etwas gebaut, ohne vorher eine Genehmigung einzuholen“, brachte Karl Peter Mötsch die Angelegenheit auf den Punkt. Auch Robert Lang vertrat die Auffassung, dass der Gemeinderat nicht immer einfach alles „abnicken“ könne, wenn ein Bauherr regelmäßig nachträglich Genehmigungen einholt. Bürgermeister Werner Frohmader sagte, dass die Lagerhalle ohnehin schon gebaut sei, jedoch müsste der Gemeinderat nun Befreiungen hinsichtlich Dachneigung, Firstrichtung, Breite der Grünfläche und Überschreitung der Baugrenzen erteilen. Nach einer Debatte, in der die meisten Gemeinderäte ihren Unmut gegenüber der Vorgehensweise des Bauherren äußerten, lehnte es der Gemeinderat schließlich mit sieben zu zwei Stimmen ab, das gemeindliche Einvernehmen in dieser Sache zu erteilen.

Keine Einwendungen hatten die Thiersheimer Räte gegen die von der Gemeinde Höchstädt beabsichtigte Aufstellung eines Bebauungaplanes „Am Schlosshügel“. Der Auftrag für den Abbruch der TSV-Turnhalle ist an die Firma Dotzauer, Lengenfelder Recycling vergeben worden.

 

Bilder