Kemlas - Im zweiten Jahr schon haben die Häßlers nur zwei statt wie üblich vier Mal ihre Wiesen mähen können, um Futter für den Winter einzulagern. Im zweiten Jahr schon überlegen die Häßlers, ob sie einen Teil ihrer 80 Milchkühe verkaufen müssen - und wenn ja, wohin. Im zweiten Jahr schon schütteln die Häßlers nur mit dem Kopf, wenn mal wieder ein gut gelaunter Radio-Moderator Friede-Freude-Eierkuchen-Parolen durch den Äther schmettert, kaum dass die Sonne scheint. Die Häßlers brauchen Regen, ganz dringend: Ihnen fehlt fast die Hälfte des Futters, um ihre Tiere über den Winter zu bringen. Der Bioland-Betrieb im Issigauer Ortsteil Kemlas ist einer von wenigen Bio-Milchbetrieben im Landkreis, Futter zukaufen dürfen die Landwirte mit dem Bioland-Siegel nur gegenseitig voneinander. Da die Lage freilich überall gleich dramatisch aussieht, ist das aber keine Hilfe. "So angespannt war die Situation noch nie", sagt Udo Häßler. Und lässt zumindest ein wenig Hoffnung in der Stimme mitschwingen.
Kemlas Die Silos sollten eigentlich voll sein
Christoph Plass 21.08.2019 - 17:12 Uhr