Kickers Selb Prell kehrt ins Selber Tor zurück

„Hallo, hier bin ich wieder“: Sascha Prell kehrt nach vielen Jahren Foto: /Karl Heinz Lammel

In der Qualifikationsrunde der Fußball-Landesliga kämpfen noch sieben Mannschaften gegen den Abstieg. Auch die Kickers Selb, die sich nach dem 2:1 in Woffenbach bereits kurz in Sicherheit wogen. Gegen Schwaig soll – mit einer überraschenden Personalie – endgültig alles klar gemacht werden.

Eigentlich schien vergangenen Sonntag schon alles klar zu sein. Die Kickers Selb haben ihre Aufgabe beim BSC Woffenbach mit einem 2:1-Sieg gelöst und machten sich mit einem sehr guten Gefühl auf die Heimreise. Um im Bus vorsichtshalber noch einmal den Rechenschieber herauszuholen – mit dem Ergebnis, dass im schlechtesten Fall doch noch die Relegation drohen könnte. Dann nämlich, wenn die Kickers keinen Punkt mehr holen und am Ende punktgleich mit dem SV Mitterteich und dem SC Großschwarzenloe – dem letzten Auswärtsgegner – wären. Eone Sondertabelle würde dann gegen Selb sprechen. Um auf der ganz sicheren Seite zu stehen, wäre theoretisch also noch ein Zähler nötig für die Schützlinge von Trainer Martin Damrot. Und der endgültig rettende Punkt soll an diesem Samstag (16 Uhr) im Heimspiel gegen den SV Schwaig eingefahren werden.

„Am besten gewinnen, dann kann uns alles andere egal sein“, lautet die Aussage von Damrot, der auch Revanchegelüste hegt. Noch nicht vergessen ist das Hinspiel vom 9. April. Da fing man sich in Schwaig – noch unter der Regie von Udo Schnurrer – in der Nachspielzeit eine unglückliche 0:1-Niederlage ein. „Wir haben uns geschworen, das zu Hause umzudrehen“, heißt es aus dem Lager der zuletzt drei Mal in Folge siegreichen Kickers. Die müssen an diesem Samstag auf ihren rotgesperrten Torjäger Ertac Tonka verzichten. Wer für ihn im Sturmzentrum auflaufen wird, wollte Trainer Damrot noch nicht verraten. „Wir haben gute Alternativen für das Zentrum“, sagt er schmunzelnd. Aber nicht nur die Sperre von Tonka schmerzt. Jonas Lang fällt mit einer Oberschenkelverletzung aus. Für den nach Saisonende nach Münchberg abwandernden Torwart zaubert Damrot eine Überraschung aus dem Hut: Mit Torwarttrainer Sascha Prell (44) steht ein altbekannter und bayernligaerprobter Keeper zwischen den Pfosten. Angeschlagen sind Fabian Bösel und Can Bafra. Dennoch geht Damrot fest davon aus, um 17.45 Uhr endgültig auf den Klassenerhalt und eine weitere Landesligasaison anstoßen zu können.

Kickers Selb: Prell, Seidel, Winkler, Damrot, Winter, Hamann, Christl, Bösel (?), Caliskan, Dotzauer, Peschek, Root, Araci, Hummer, Wolf, Geyer, Ohla (?), Bafra (?).

Für SVM zählt nur ein Sieg

Der SV Mitterteich erwartet auf dem Weg zum direkten Klassenerhalt in der Qualifikationsrunde der Landesliga Nordost an diesem Samstag um 16 Uhr den SC Großschwarzenlohe. Nachdem es für die Stiftländer nach dem Ende der Vorrunde richtig schlecht ausgesehen hatte, ist jetzt zumindest schon sicher, dass sie nicht mehr direkt absteigen können. Die Mannschaft von Trainer Frantisek Nedbaly liegt auf Rang sechs, dem ersten der beiden Relegationsplätze und kann in den letzten beiden Spielen (nächste Woche geht es noch zu Türkspor Nürnberg) mit zwei Dreiern sogar noch den direkten Klassenerhalt schaffen.

SVM-Trainer Frantisek Nedbaly redet nicht lange um den heißen Brei herum: „Es zählt am Samstag nur ein Sieg, alles andere wäre eine große Enttäuschung. Dementsprechend motiviert geht die Mannschaft in die gewiss nicht leichte Begegnung.“ Nur ungern erinnert sich der Mitter-teicher Coach an das Hinspiel. Damals unterlief ausgerechnet ihm in der Nachspielzeit ein unnötiges Foul, das einen Strafstoß und den 1:1-Ausgleich zur Folge hatte. Aber das ist vergessen. „Unterm Strich haben wir zwei Zähler verloren, wir vergaben nämlich noch die eine oder andere gute Chance, das Spiel vorzeitig zu entscheiden. Schließlich war das Remis gerecht“, erklärte Nedbaly.

Kollege Reiner Großberger von den Gästen teilt diese Meinung nicht. „Über die gesamte Spielzeit waren wir überlegen, haben aber vergessen, Tore zu schießen. Ein Sieg der Gäste wäre für mich ungerecht gewesen.“ In Mitterteich erwartet er eine von Kampf geprägte Begegnung. „Wir sind uns der schwierigen Aufgabe bewusst und müssen vor allem viel Geduld aufbringen.“ Als Ziel gibt Großberger logischerweise einen Sieg aus. „Alles andere ist Quatsch.“

Die personellen Voraussetzungen dazu sind beim SC Großschwarzenlohe optimal. Ihm steht der komplette Kader zur Verfügung. Anders sieht es beim SV Mitterteich aus. Nedbaly muss auf den verletzten Thomas Wildenauer und Martin Bächer (privat verhindert) verzichten. red

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