Kinder- und Jugendfeuerwehren Feuerwehr sucht dringend Nachwuchs

Sophia Goldner
Die Jugendfeuerwehr im Landkreis Wunsiedel übt coronakonform. Foto: Marco Schacht

Mit Experimenten, Ausflügen und Gruppenstunden sollen junge Brandschützer ausgebildet werden. Doch die Pandemie zerstört alle Pläne.

Wunsiedel - Spiderman, Batman und Wonderwoman kämpfen mit ihren Superkräften für das Gute. Kein Wunder, dass ihnen dadurch viele Kinder und Jugendliche nacheifern wollen. Wie man später einmal „Superheld des Alltags“ wird, lernen die Jüngsten in den Kinder- und Jugendfeuerwehren des Landkreises Wunsiedel. Aktuell erschwert jedoch Corona die Nachwuchsförderung gewaltig.

„Kameradschaft und Teamgeist stehen bei der Kinderfeuerwehr im Fokus“, erklärt Ronny Hein, Fachbereichsleiter der Kinderfeuerwehr im Landkreis Wunsiedel. Doch diese Werte lernen die Kinder nur im persönlichen Umgang. Statt gemeinsamen Ausflügen, Experimenten oder themenspezifischen Gruppenstunden sind nun coronakonforme Unternehmungen angesagt.

Spielerische Brandschutzerziehung

Dafür mussten die Betreuer der 21 Kinderfeuerwehren im Landkreis kreativ werden: „In Thierstein haben die Kameraden ein Feuerwehr-Fahrzeug umgebaut und als Weihnachtsmänner verkleidet Süßigkeiten an die Kinder verteilt“, erzählt Ronny Hein. Solche Aktionen entfachten besonders während der Pandemie große Freude bei den Jüngsten. Immer wieder seien auch Themen-Kisten zusammengestellt und den Kindern nach Hause gebracht worden. Dadurch würden dem Feuerwehrnachwuchs spielerisch Inhalte wie Brandschutz, Verkehrserziehung, Erste Hilfe und Umweltschutz vermittelt.

„Ohne die Betreuer wären solche Aktionen nicht möglich gewesen. Auch die Unterstützung der Landkreisführung hat sehr geholfen“, bedankt sich Ronny Hein. Wenn es die Regeln zugelassen haben, waren auch persönlichere Aktivitäten möglich. Doch Hein bedauert: „Eine richtige Gruppenstunde gab es zuletzt vor der Pandemie.“ Dort lernten die Kinder mit viel Einsatz und brennendem Interesse, wie man Knoten bindet, wie man einen Hydranten setzt und vieles mehr.

Mangelnder Nachwuchs

Noch schlimmer als reduzierte Gemeinschaftsaktivitäten sei es aktuell, Nachwuchs für die Kinderfeuerwehr zu finden. Doch einen Funken Hoffnung hätten er und seine Kollegen: „Wenn es die Situation wieder zulässt, haben wir viele schöne Sachen geplant. Die Betreuer sind Feuer und Flamme, wieder Gruppenstunden mit den Kindern abzuhalten.“

Die Situation in der Jugendfeuerwehr ist ähnlich. Marco Schacht, Kreisjugendfeuerwehrwart im Landkreis Wunsiedel, berichtet: „Aktuell ist die Jugendarbeit schwierig. Man muss immer die geltenden Regeln beachten. Außerdem gehört die Feuerwehr zur kritischen Infrastruktur. Die Folgen wären verheerend, würde das Virus dort eingeschleppt werden.“

Vieles findet online statt

Einen Vorteil hat die Jugend- gegenüber der Kinderfeuerwehr jedoch : Die Treffen sind online möglich. Dort vermitteln die Betreuer den Jugendlichen ab zwölf Jahren alles über die Tätigkeiten im Einsatzdienst. Sogar der jährliche Wissenstest kann stattfinden. Anstelle einer offiziellen Siegerehrung werden die Abzeichen den besten Teilnehmern per Post zugesendet.

Manche Lehrgänge, wie die modulare Truppausbildung, könnten weiterhin in Präsenz stattfinden, fährt Schacht fort. Die Kurse fänden nämlich mit weniger Teilnehmern statt, dafür häufiger. Das sei sehr wichtig, denn die Teenager lernten dort die Grundlagen für den Feuerwehrdienst.

Doch auch hier sieht Marco Schacht ein Nachwuchs-Problem. Ohne Nachwuchs würde es irgendwann keine Feuerwehrleute mehr geben, die den Menschen in den schwierigsten Situationen helfen. „Die Jugendlichen sind das personelle Rückgrat der aktiven Wehr.“

 

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