Kirche in Lorenzreuth Vier Kapitel auf Glas gemalt

Alfons Prechtl
Anziehungspunkt in der St. Marien-Kirche in Lorenzreuth sind die Glasfenster von Maria Barth Foto: Andreas Triebenbacher

Nicht ohne Hürden sind sie entstanden, die Fenster im Lorenzreuther Gotteshaus. Doch das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Unbestrittener Anziehungspunkt der St. Marien-Kirche in Lorenzreuth sind die Glasmalereien aus dem Marienleben. Sie stellen nicht nur die Gnadenstunden der Mutter Gottes dar, sondern sie erzählen auch vom Weg des Glaubens, vom Ringen und Reifen des Menschen, in dem wir uns selbst mit unseren Nöten und Anliegen finden können, wie der frühere Pfarrer Hermann Schötz feststellte.

Die Herstellung der Glasfenster verlief nicht ohne Probleme und Schwierigkeiten, wie die Künstlerin Maria Barth aus Marktredwitz bekennt: „Vorerst stand ich vor dem Problem, die bis zu 180 Zentimeter hohen, mit Schmelzfarben bemalten Scheiben zu brennen. Das Einbrennen der Farbe erfordert eine extrem genaue Einstellung der Temperatur und eine spezielle Lagerung der Glasscheibe.“ Die Firma Sebald aus Marktredwitz habe alle Bedingungen erfüllen können.

Im weiteren Verlauf der Herstellung musste die Künstlerin feststellen, dass wieder einmal ein Glasbild nach dem Brand durch Änderung der Farbe unbrauchbar geworden war. Sie wollte die Arbeit schon aufgeben, aber Pfarrer Norbert Demleitner drängte dazu, weiter zu experimentieren. Man entdeckte, dass die beiden Seiten des Fensterglases unterschiedliche Eigenschaften haben und die Glasfarbe darauf unterschiedliche Wirkung zeigt.

„Bis dahin hatte ich bereits zwölf unbrauchbare Kirchenfenster gemalt. Eine Brennprobe vor Arbeitsbeginn mit einer neuen Scheibe gab mir die Gewähr für den richtigen Farbton und ich konnte meine Aufgabe zu Ende führen“, stellt die Künstlerin abschließend fest.

Am besten sieht man sich die Motive und Inhalte der Glasfenster bei einem Rundgang durch die Kirche an. Es handelt sich um einen Zyklus, der in vier Kapitel eingeteilt ist: die Vorbereitung der Erlösung im Alten Testament, der Dienst Mariens im Lebenswerk Jesu, die Zeit der Kirche und ihre Beziehung zu Maria und die Endzeit und die Vollendung der Erlösung.

Man beginnt an der Rückfront der Kirche, wo Gottes Liebe das Universum aus dem Nichts schafft. Gott will das Glück der Menschen, versinnbildet im Baum des Paradieses. An der Ost-Seite tritt der Sohn Gottes in unsere Welt. An der Süd-Seite wird das Leiden Jesu dargestellt, ehe die Erlösungstat ihren Höhepunkt in der Kreuzigung und im Ostergeschehen ihren Höhepunkt erreicht. An der Westseite erzählt das dreiteilige Bild, wie die Jünger mit Maria, der Mutter Jesu, die Herabkunft der Heiligen Geistes erfahren. Nun beginnt die Geschichte der Kirche des in der Zeit fortlebenden Christus und ihre Beziehung zu Maria.

Das 40-jährige Weihejubiläum feiert die katholische Kirchengemeinde in Lorenzreuth am kommenden Sonntag. Um 10 Uhr ist ein Festgottesdienst auf dem Platz vor der St. Marien-Kirche vorgesehen, anschließend ein Kirchenzug zum Café Blüte. Dort findet ein kurzer Festakt statt und es gibt die Gelegenheit zum Mittagessen.

 

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