Klinikum Hof Freistaat fördert Hebammen

Das Hebammen-Team Hof bekommt 27 160 Euro, weil es um Hilfe gebeten hat. Die Mittel sollen die Rufbereitschaft stärken.

Die Hebammen bekommen Hilfe vom Freistaat, damit sie auch künftig bei angemessener Bezahlung ihre Dienste anbieten können. Foto: Pixabay/Free-Photos

Hof - Das am Sana-Klinikum tätige Hebammen-Team Hof (HTH) hat eine Förderung von 27 160 Euro erhalten, um seine Rufbereitschaft zu stärken. Dieses Geld gewährt die Regierung von Oberfranken mit Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege der Stadt Hof. Bei einem Besuch im Kreißsaal des Klinikums übergaben Oberbürgermeisterin Eva Döhla und Stadtkämmerer Peter Fischer den Zuwendungsbescheid. Das teilt die Stadt Hof mit.

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Seit 2018 gibt es das bayerische Programm zur Förderung der Geburtshilfe. Zweck dieser Förderung laut Richtlinie ist: „Krankenhäuser haben zunehmend Probleme, Hebammen und Entbindungspfleger für die geburtshilfliche Tätigkeit im Kreißsaal zu gewinnen und dort zu halten. Dies gilt auch in der Wochenbettbetreuung. Zweck der Zuweisung ist die Unterstützung, Stärkung und Sicherung der Hebammenversorgung in der Geburtshilfe und in der Wochenbettbetreuung.“

Die am Sana Klinikum Hof tätigen Hebammen haben laut Mitteilung der Stadt um finanzielle Unterstützung gebeten. Die Stadt Hof hat daraufhin im Jahr 2018 einen Förderantrag bei der Regierung gestellt, um die Rufbereitschaft der Hebammen finanziell zu unterstützen. Daher ist die Förderung an diesen Zweck gebunden.

Heike Knieling, Sprecherin des selbstständig, unabhängig vom Klinikum wirtschaftenden Hebammen-Teams, erklärt auf Nachfrage unserer Zeitung: „Eine Hebamme ist ständig anwesend, eine zu Hause auf Rufbereitschaft.“ Letztere bekommt dafür allerdings weniger Geld als in Präsenz. Die Förderung soll nun dazu dienen, hier eine bessere Bezahlung zu ermöglichen. Dieser Schritt soll die Rufbereitschaft attraktiver machen. Das soll gerade in Zeiten des Hebammenmangel einen „Anreiz für neue Mitarbeiter“ schaffen“.

Die Corona-Pandemie habe für die Hebammen eine Gehaltseinbuße von etwa 20 Prozent bedeutet, berichtet Knieling. „Die Geburtenzahlen sind durch Corona gesunken. Auch deshalb, weil viele Krankenhäuser in ihren Besucherregelungen ziemlich rigoros waren“, erklärt sie.

Die Haftpflichtprämie, die freiberufliche Hebammen zahlen müssen, steige stetig, weiß Knieling. Sie liege nun bei 10 000 Euro im Jahr. An einer Geburt verdient eine Hebamme – die Betreuung nicht gerechnet – 160 Euro. „Jetzt können Sie rechnen.“