Weiter offene Fragen bei Krankschreibungen
Fragen werfen noch die von der Koalition geplanten Verschärfungen bei Krankschreibungen im Job auf. Die Möglichkeit, sich telefonisch auch ohne Praxisbesuch krankschreiben zu lassen, soll abgeschafft werden. Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung soll schon am ersten Krankheitstag verpflichtend vorgelegt werden. Bisher ist es am vierten Tag vorgeschrieben.
Gegen die Pläne gibt es breite Proteste. Besonders, weil dann mehr Erkrankte direkt in ohnehin überlastete Praxen gehen müssten. Eine entscheidende Frage ist aber, wann. Kanzler Friedrich Merz (CDU) sagte dazu in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner": "Sie müssen nicht am ersten Tag in die Arztpraxis. Sie müssen vom ersten Tag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung haben." Zu Nachfragen, wie und wann man dann an diese Bescheinigung kommt, gab es von der Regierung keine konkreten Angaben.
Nächste Baustelle: Haushalt 2027
Nach den Einigungen auf das Krankenkassensparpaket, zur Rentenreform sowie auf das Reformpaket zu Steuern, Arbeit und Entbürokratisierung steht zu Wochenbeginn das nächste große Projekt an. Das Bundeskabinett will am Montag den Entwurf für den Haushalt 2027 beschließen.
Die Regierung hofft auch, ihre miserablen Umfragewerte zu verbessern. Im neuen ARD-"Deutschlandtrend", dessen Zahlen vor der Koalitionseinigung von Infratest dimap erhoben wurden, liegt die Union mit 22 Prozent deutlich hinter der AfD mit 27 Prozent. Die SPD steht nur bei 12 Prozent. Die Grünen kommen auf 15 und die Linken auf 11 Prozent. Befragt wurden 1.317 Wahlberechtigte ab 18 Jahren von Montag bis Mittwoch. Die Umfrage ist den Angaben zufolge repräsentativ.