Kösseinebad Badespaß soll nicht leiden

Die Neuerungen im Kösseinebad sind sehr willkommen – zum Beispiel das Piraten-Spielschiff, das Bauhof-Mitarbeiter am Nichtschwimmer-Bereich aufgebaut haben. Im Bild (von links): Bürgermeisterin Margit Bayer sowie die Bauhof-Mitarbeiter Carsten Adam und Jonathan Schmidt. Foto: /pr

Nach der Aufregung wegen der Badeordnung und einer Verkleinerung der Schwimmfläche im Kösseinebad nimmt die Stadt Waldershof Stellung: Die Veränderungen seien für einen rechtssicheren Betrieb notwendig,

Der Erlass einer Badeordnung und die Beauftragung eines Gutachtens zur Bewertung der Haftungssituation beim Betrieb des städtischen Kösseinebades haben erst vor Kurzem für Aufregung im Stadtrat Waldershof gesorgt. In einer Presseerklärung vom Freitag stellte die Stadtverwaltung klar: Ein derartiges Gutachten sei dringend notwendig gewesen. Denn in den vergangenen Jahren habe es immer wieder Urteile in der Rechtsprechung gegeben, die es Kommunen zunehmend schwerer machen, Naturbäder rechtssicher zu betreiben.

Haftung liegt bei der Stadt

Über die letzten Jahre hätten die bürokratischen Auflagen und somit auch die Einschränkungen enorm zugenommen, heißt es in der Erklärung weiter. Das stoße bei vielen Badegästen und auch beim Schwimmbadreferenten Stefan Müller auf Unmut. Das Problem ist: Sollte das Kösseinebad Mängel aufweisen oder ein Mensch zu Schaden kommen, liegt die Haftung bei der Stadt. Belangt werden könnten in diesem Fall Bürgermeisterin Margit Bayer und das Aufsichtspersonal. Um dieses Risiko zu vermeiden, musste das Kösseinebad überprüft werden. Nur so ist laut Erklärung möglich, weiterhin eine uneingeschränkte Öffnung zu gewährleisten. Bayer betont: „Wir wollen niemandem den Badespaß verderben. Der rechtssichere Betrieb muss jedoch gewährleistet sein, und dazu gehören Regeln, auch wenn man sich an diese erst gewöhnen muss.“

Schwimmbadgutachten

Das Gutachten hat die Firma „BSG Consult“ aus Sulzbach-Rosenberg erstellt. Das Unternehmen ist auf Schwimmbadgutachten spezialisiert und hat diese Aufgabe bereits für diverse große Bäder in der Oberpfalz übernommen. Bei einer ersten gemeinsamen Begehung des Kösseinebades im März zeichnete sich bereits ab, dass schon vor dem Wassereinlass ein hohes Maß an baulichen Anpassungen nötig sein würde Deswegen machte sich der Bauhof direkt an die Arbeit, die Mängel zu beseitigen.

Auch der Erlass einer Badeordnung gehört zum Standard für ein ordnungsgemäß geführtes Bad. Entgegen dem Bedenken einiger Stadtratsmitglieder schränkt diese aber nicht die persönliche Freiheit oder die Badebekleidung der Besucher ein, betont die Stadtverwaltung in der Erklärung. Das neue Regelwerk schaffe für das Aufsichtspersonal einen größeren Handlungsspielraum: Der Ordnung zuwiderhandelnde Personen dürfen nun des Bades verwiesen werden. Diese Option gab es bislang nicht – „ein untragbarer Zustand, der die Arbeit der Badeaufsichten erschwert hat“. Das vollständige Gutachten mitsamt Badeordnung wird erst im Juli fertiggestellt sein. Dann wird es detailliert im Stadtrat öffentlich vorgestellt.

Weniger Schwimmfläche

Viele Badegäste haben bereits bemerkt, dass höchstens noch ein 6000 Quadratmeter großer Teil der Wasserfläche zum Schwimmen freigegeben ist. Dies ist die Maximalfläche, die das Personal sicher betreuen kann und darf. Für eine größere Schwimmfläche müsste mehr Personal vorhanden sein. Dieses ist jedoch knapp, auch im Hinblick auf den Kostenfaktor. Das Freibad soll schließlich kostenlos bleiben, so die Verwaltung. Die verbliebene Schwimmfläche entspricht dennoch sechs großen Schwimmbecken in einem normalen Freibad. Dass im restlichen Wasserbereich Boote fahren, hat mit dem Schwimmverbot dort nur wenig zu tun. „Mit der Erstellung eines Gutachtens soll auch das vorhandene Badeaufsichtspersonal entlastet und die Sicherheit für deren Tätigkeit erhöht werden“, betont Geschäftsleiter Stefan Falter.Es gibt aber auch Verbesserungen: Der Kiosk wird regelmäßig so lange geöffnet bleiben können, wie Besucher sich auf der Sonnenterrasse wohlfühlen. Die Öffnungszeiten konnten nämlich von der Öffnung des Bades entkoppelt werden. Zudem hat der Bauhof auch in diesem Jahr wieder viele Stunden in die liebevolle Vorbereitung und Pflege des 65 000 Quadratmeter großen Areals des Kösseinebades gesteckt. Zum Beispiel ist am Nicht-Schwimmer-Bereich ein großes neues Piraten-Spielschiff aufgebaut worden.

Kiosk länger geöffnet

Die Verbesserungen helfen, die Begrenzungen zu kompensieren. Das sieht jedenfalls die Bürgermeisterin so: „Der eine oder andere Zoigl im Sonnenuntergang auf der Köki-Terrasse sowie die Sicherheit, beim Baden optimal beaufsichtigt zu werden, entschädigen für die eine oder andere Einschränkung.“ red

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