Nicht jeder hat eine Frau, die ihm eine dicke Ganzkörper-Wolldecke strickt, damit er die Gasheizung ausdrehen kann, um in der Kälte nicht zu frösteln. Deshalb sind die Menschen in Deutschland ihrem Kanzler dankbar, dass er sich so beharrlich gegen einen Importstopp für russisches Gas stemmt. Olaf Scholz steht unter Druck, den Verzicht auf Putin-Gas zu verwirklichen. Nun kommt aus Großbritannien der Ruf, sogar Sanktionen gegen Deutschland zu verhängen, weil es weiter tagtäglich rund 200 Millionen Euro für die Gaslieferungen an Russland überweist – in die Kriegskasse des Kremlchefs. Der britische Finanzexperte Matthew Lynn verlangt in der „Bild“-Zeitung: „Je mehr russische Kriegsverbrechen aufgedeckt werden, desto klarer wird: Es wird Zeit, Deutschland zu sanktionieren.“ Lynn will einen sechsmonatigen Bann für deutsche Exporte nach Großbritannien oder vorübergehend Strafzölle auf deutsche Produkte. Das Geld soll an die Ukraine überwiesen werden. Das erinnert an Steinewerfer, die im Glashaus sitzen; denn dem Finanzplatz London waren russische Milliarden lange hoch willkommen. Gerade noch wirkte Europa wie aus einem Guss, vereint gegen die Kreml-Aggression, aber einige möchten dieses Europa offensichtlich zertrümmern.
Kommentar Steine aus dem Glashaus
Elmar Schatz 22.04.2022 - 17:33 Uhr