Ach, was hätte das für eine schöne Geschichte werden können. Viele hätten es vermutlich das Sommermärchen 2021 genannt, falls es für die Deutschen nicht mit der Fußball-EM klappen sollte. Die Handlung geht so: Die Grünen profitieren von der allgemeinen Stimmung in der Gesellschaft, dass sich bei Umwelt und Klima etwas tun muss, wenn Deutschland, wenn die Welt in eine einigermaßen gute Zukunft steuern möchten. Die Lust an einem grundsätzlichen politischen Neuanfang nach der Ära von Kanzlerin Angela Merkel sorgt für den Rest. Von Woche zu Woche, von Monat zu Monat steigen die Umfrage- und Beliebtheitswerte. Teils in kaum zu glaubende Höhen. Wenige Tage überragt die Ökopartei sogar die Union, weil dort die Kanzlerkandidatenkür schäbig abläuft, während die Spitzen bei den Grünen sich fast süßholzraspelnd auf Annalena Baerbock verständigen. Sie legt einen Durchmarsch hin und zieht ins Kanzleramt ein. Doch – stopp! – an dieser Stelle ist zu erkennen, dass wir uns in einer Erzählung befinden. So wird sie, Stand: heute, nicht enden.
Kommentar zum Parteitag Blaue Flecken der Grünen
Marcel Auermann 11.06.2021 - 16:00 Uhr