Mittelfranken
In NÜRNBERG, Bayerns zweitgrößter Stadt, wird spannend, ob dem CSU-Oberbürgermeister Marcus König wieder der Wahlsieg gelingt. Nürnberg galt jahrzehntelang (bis auf eine kurze Unterbrechung) als rote Hochburg. Doch als der beliebte SPD-Oberbürgermeister Ulrich Maly nach 18 Jahren im Amt bei der letzten Wahl 2020 nicht mehr antrat, eroberte der CSU-Politiker das Nürnberger Rathaus. Diesen fordert nun SPD-Spitzenkandidat Nasser Ahmed heraus. Sollte er gewinnen, würde Nürnberg erstmals von einem Oberbürgermeister mit Migrationshintergrund regiert. Ahmeds Eltern stammen aus Eritrea, er selbst wurde in Nürnberg geboren.
Unterfranken
In WÜRZBURG wird dieses Mal kein neuer Oberbürgermeister gewählt. Mit Martin Heilig an der Rathausspitze gibt es seit dem 1. Juli erstmals einen grünen Oberbürgermeister in Bayern - sein Vorgänger Christian Schuchardt (CDU) war im Sommer zum Deutschen Städtetag gewechselt, die Wahl hatte deshalb vorgezogen werden müssen. Für Schlagzeilen dürfte aber die Stadtratswahl sorgen, weil der umstrittene AfD-Landtagsabgeordnete Daniel Halemba für seine Partei als Spitzenkandidat ins Rennen geht. Der 24-Jährige steht vom 7. Januar an vor dem Amtsgericht Würzburg - wegen Volksverhetzung, Geldwäsche, Sachbeschädigung, Nötigung und versuchter Nötigung. Er weist die Vorwürfe zurück.
In ASCHAFFENBURG will Oberbürgermeister Jürgen Herzing (SPD) gerne in eine weitere Amtszeit gehen. Der 65-Jährige tritt gegen mindestens vier Kandidaten an - darunter ist der Chef der örtlichen Kriminalpolizei, Markus Schlemmer. Der Kriminaldirektor ist 57 Jahre alt, CSU-Mitglied und stellt auf das Thema Sicherheit ab.
Der MILTENBERGER Landrat Jens Marco Scherf lässt seine Dienstgeschäfte seit Monaten aus gesundheitlichen Gründen ruhen und tritt bei der Kommunalwahl auch nicht mehr an. Der Grünen-Politiker war 2014 erstmals zum Landrat von Miltenberg gewählt worden und hatte sich in der Migrationsdebatte auch bundesweit Gehör verschafft. Um das Amt bewerben sich sechs Kandidaten. Die größten Chancen dürften Björn Bartels (CSU/39) und Michael Schüßler (FW/40) haben.
Oberfranken
In BAMBERG will eine ehemalige bayerische Staatsministerin den Chefsessel im Rathaus für die CSU erobern: Melanie Huml, einst Gesundheits- und Europaministerin, tritt bei der OB-Wahl an. Lange war spekuliert worden, ob die 50-Jährige in den Wahlkampf einsteigt und Oberbürgermeisterin ihrer Heimatstadt werden will, Ende Oktober schließlich wurde sie offiziell nominiert. Bisher hatte die bei Touristen und Ausflüglern beliebte Welterbe-Stadt einen SPD-Oberbürgermeister, Andreas Starke tritt jedoch nicht wieder an. Der Jurist war 2006 erstmals ins Amt gewählt worden. Seine Partei schickt nun Sebastian Niedermaier ins Rennen.
Politik zwischen Hof und Berlin - das Ehepaar Bär kennt diesen Spagat seit Jahren. Während Dorothee Bär (CSU) inzwischen Bundesministerin für Forschung ist, will ihr Mann Oliver - auch bei der CSU - Landrat für den LANDKREIS HOF bleiben. Herausgefordert wird er von SPD-Kandidat Alexander Mosena und Stefan Heindl (FDP). Bemerkenswert: Vor allem der Norden Bayerns galt jahrelang als vergleichsweise starkes SPD-Gebiet. Bär gewann 2014 eher überraschend die Wahl, 2020 fiel sein Vorsprung deutlicher aus.
Eine interessante Personalie ergibt sich in LICHTENBERG im Landkreis Hof: Hier gewann 2020 ein 19-Jähriger die Kommunalwahl und wurde zum damals jüngsten Bürgermeister Deutschlands: Kristan von Waldenfels. Inzwischen ist seine politische Karriere weitergegangen, er sitzt für die CSU im bayerischen Landtag, als bisher jüngster Abgeordneter überhaupt. Bürgermeister in Lichtenberg ist er aber geblieben. Und will das auch nach der Wahl 2026 sein.
Kristan von Waldenfels werde wieder kandidieren, hieß es aus seinem Abgeordnetenbüro. Der junge Politiker selbst sagte, er habe seit seiner Wahl zum Landtagsabgeordneten immer wieder festgestellt, "wie sehr mir mein Amt als Bürgermeister hilft, die Konsequenzen einzuschätzen, die parlamentarische Entscheidungen dann vor Ort tatsächlich haben".