Bundesbank-Präsident: Euro-Ausstieg wäre extrem gefährlich
Zugleich warnte Bundesbank-Präsident Nagel vor dem Erstarken populistischer Parteien. Angesprochen auf den Aufstieg der AfD in Deutschland sagte er: "Es gibt Menschen in Deutschland, die vorgeben, Patrioten zu sein, und gleichzeitig vorschlagen, den Euro aufzugeben. Ich muss daran erinnern, dass Deutschland dank der Einheitswährung enormen Wohlstand erlangt hat - genau wie Frankreich und die gesamte Währungsunion."
Ein Schritt in Richtung ihrer Auflösung wäre unverantwortlich und extrem gefährlich, und das Ergebnis wäre kontraproduktiv, sagte Nagel. "Ich bin aufrichtig besorgt, dass Menschen in Deutschland - und anderswo - einen solchen Weg in Betracht ziehen."
Deutsche-Bank-Chef: Abschottung löst keine Probleme
Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing warnte wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ebenfalls vor dem Aufstieg populistischer Parteien. "Populistische Parteien geben vor, einfache Antworten zu haben", sagte Sewing beim "Handelsblatt-Bankengipfel" in Frankfurt. "Tatsächlich propagieren sie Konzepte, die den Grundlagen unseres Erfolgs entgegenstehen: Offenheit, Vielfalt, ein starkes Europa, verlässliche Institutionen und internationale Zusammenarbeit."
Sewing betonte mit Blick auf die AfD, er halte den Weg einer Partei, die Abschottung und Nationalismus möchte, für absolut falsch für Deutschland. Ein Ausstieg aus dem Euro wäre "Gift für den deutschen Wohlstand". Der Manager warnte: "Abschottung, Nationalismus und das Schüren von Misstrauen lösen kein einziges unserer Probleme." Ohne Wachstum würden Verteilungskonflikte härter, staatliche Spielräume enger und das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Demokratie schwächer.