Konnersreuth Gläubige beten zu Ehren der Resl

Josef Rosner
Mit einem feierlichen Pontifikalgottesdienst in der Pfarrkirche Konnersreuth begingen Hunderte Gläubige den 60. Todestag von Theres Neumann, während draußen „Resl-Wetter“ herrschte. Foto: /Josef Rosner

Hunderte kamen am Sonntag nach Konnersreuth, wo zum 60. Todestag von Theres Neumann der 18. große Gebetstag um deren Seligsprechung begangen wurde. Angetan zeigte sich Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer vom neuen Museum.

So viele Gläubige wie am Sonntag waren schon lange nicht mehr in die Pfarrgemeinde gekommen. Trotz des Dauerregens, in Konnersreuth schlicht als „Resl-Wetter“ bezeichnet, wollten beim 18. großen Gebetstag um die Seligsprechung von Theres Neumann Hunderte Menschen dabei sein. „Die Seligsprechung ist eine Sache des gläubigen Volkes. Ich bin heute als Beter hier“, sagte Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer am 60. Todestag der Resl in der voll besetzten Pfarrkirche St. Laurentius. „Wir beten dafür, dass Theres Neumann bald als Selige anerkannt wird.“

Eröffnet wurde der Festtag mit einem Kirchenzug zur Pfarrkirche. Mit dabei waren örtliche Vereine mit Fahnen, die Blaskapelle Konnersreuth und neun Priester, darunter Monsignore Georg Schwager, zuständig für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse in der Diözese Regensburg. Gekommen waren zudem der frühere Ortspfarrer Professor Dr. Wolfgang Vogl (Augsburg), Pater Rudolf Zbožínek (Kloster Tepla) sowie der gebürtige Konnersreuther Kaplan Bastian Neumann (Roding). Mit am Altar stand als Diakon auch der Caritasdirektor aus Passau, Konrad Niederländer, ein früherer Fockenfelder Schüler. Pfarrseelsorger Pater Benedikt Leitmayr freute sich über den dritten offiziellen Besuch des Bischofs in der Pfarrei St. Laurentius. Musikalisch wurde das Pontifikalamt von der Kirchenchorgemeinschaft Konnersreuth-Mitterteich-Leonberg unter Leitung von Matthias Schraml gestaltet.

Märtyrer des Glaubens

In den Mittelpunkt seiner Predigt stellte Bischof Voderholzer Pater Titus Brandsma, der Mitglied im Konnersreuther Kreis war und am 26. Juli 1942 im Konzentrationslager Dachau starb. Am 15. Mai dieses Jahres wurde der Niederländer von Papst Franziskus heiliggesprochen. Bischof Voderholzer bezeichnete Pater Titus Brandsma und den von ihm verehrten Fritz Gerlich als Märtyrer, die für ihren Glauben mit dem Leben bezahlt hätten. Beide Personen waren einst in Konnersreuth bei der Resl zu Gast. Pater Titus Brandsma habe das Geschehen um die Resl als Fügung des Herrn gesehen, sodass viele Menschen die Passion Jesu miterleben könnten.

„Die Resl hat den Menschen das Leiden und Sterben Jesu nähergebracht“, betonte der Bischof. Die Berufung der Resl sei es gewesen, die Botschaft vom Leiden Jesu in die Welt zu bringen. „Ihre Aufgabe war es, den Menschen die Botschaft Jesu in lebendigen Bildern zu vermitteln“, so Voderholzer. Wichtig sei gerade in der heutigen Zeit, die Worte Jesu nicht als Fremdsprache zu sehen. Abschließend dankte er Gott für Theres Neumann, „die er uns Menschen als erhellende Botschaft geschickt hat“.

Stattliche Prozession

Trotz des Regens formierte sich nach dem Gottesdienst ein stattlicher Prozessionszug, der zum Grab der Resl auf dem Friedhof führte. Dort wurde weiter um die Seligsprechung gebetet. Nach der Rückkehr in die Ortsmitte stand auch noch ein abschließendes gemeinsames Gebet am Theresienbrunnen neben dem Resl-Haus an.

Bevor der Bischof wieder abreiste, besichtigte er noch das im Juni eröffnete Theres-Neumann-Museums. „Ich bin echt beeindruckt, das ist sehr informativ und sehr gut gemacht. Ich bin froh, dass ich es mir angeschaut habe“, sagte Voderholzer. „Aber da ist so viel Material, da muss ich nochmals wiederkommen“, ergänzte Voderholzer. Als er den Altar des Eichstätter Professors Dr. Franz Xaver Wutz mit der darin original enthaltenen Krippe entdeckte, griff der Bischof zu seinem Smartphone und schoss ein Foto. Von Bürgermeister Max Bindl erhielt der Gast als Geschenk noch ein Buch mit der Chronik der Marktgemeinde.

 

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