Konradsreuth/Hof Was Rollläden und Höhenretter verbindet

Die Klasse 10a des Hofer Schiller-Gymnasiums besucht die Firma Alukon. Die Schüler erleben, wie aus Aluminium Rollläden und andere Produkte entstehen.

Konradsreuth/Hof - Auf diesen Schultag haben wir, die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10a des Schiller-Gymnasiums Hof, uns mehr gefreut als auf andere. Denn im Rahmen des Klasse! -Projekts der Frankenpost besuchten wir die Firma Alukon in Konradsreuth.

Zu Beginn wurden uns dort nach einem freundlichen Empfang im modern ausgestatteten Präsentationsraum die grundlegenden Daten und die Geschichte des 1974 gegründeten Unternehmens präsentiert. Die Firma Alukon produziert mit rund 400 Mitarbeitern in Konradsreuth und über 100 weiteren an einem zweiten Standort im schwäbischen Haigerloch Rollläden, Garagentore, Insekten- und Sonnenschutz sowie Raffstoren. Diese werden mithilfe des eigenen, 22 Lkw und zwei Kleintransporter umfassenden Fuhrparks, vorrangig nach Europa, aber auch weltweit ausgeliefert.

Im Anschluss wurden wir mit Warnwesten ausgestattet und begannen die Führung durch die einzelnen Produktionsstationen. Zuerst wurde uns die Beschichtung der Aluminiumteile durch vollautomatische Roboter vorgestellt. Derzeit wird bei der Alukon umfangreich modernisiert, was für uns bedeutete, dass uns an vielen Stellen sowohl die alte als auch die sich im Aufbau befindliche neue Technik gezeigt werden konnte. Bei diesem Umbau wird unter anderem die aktuelle Produktionsfläche um 12 000 Quadratmeter erweitert und ein automatisiertes Transportsystem installiert, mit dem die Einzelteile von einem Fertigungsschritt zum nächsten befördert werden.

Der Rundgang führte uns über das Kleinteilelager zum Hochregallager, in dem die meisten Waren ohne erkennbares System eingelagert werden. Nur der Computer weiß, wo welches Teil liegt, da er ihm bei der Ankunft einfach den nächstbesten Platz zuweist. Einzig auf bestimmte Stücke wird geachtet: Diese werden so nah wie möglich an der Ausgabe aufbewahrt, damit der vollautomatische Lift keinen zu weiten Weg zurücklegen muss - und damit Zeit sparen kann. Mit 30 Metern ist das Lager so hoch, dass jeder, der dort arbeitet, eine jährliche Höhenretterschulung durchlaufen muss.

Nächste Station war die Herstellung von einzelnen Rollladenlamellen aus einem Aluminiumrohling. Kaum einer von uns hätte geglaubt, dass für ein scheinbar so simples Einzelteil eine über 20 Meter lange Fertigungslinie nötig ist. Hier zeigte sich auch, dass die Warnwesten durchaus berechtigt waren, da wir nicht unbedingt immer darauf achteten, die Wege für die Gabelstapler freizuhalten und so den ein oder anderen vorbeilassen mussten.

Damit war der Rundgang auch schon abgeschlossen und wir kehrten in den Präsentationsraum zurück, wo uns das vielfältige Ausbildungsprogramm der Alukon vorgestellt wurde. Sowohl im gewerblich-technischen als auch im kaufmännischen bietet es interessante Angebote. Trotz alledem spürt auch die Alukon den Fachkräftemangel deutlich. "Employer branding", das gezielte Werben um Mitarbeiter, wäre laut Alexander Winkler, Leiter Marketing/Produktmanagement, früher keinem Unternehmen eingefallen, heute sei es unerlässlich.

Und schon war unser Besuch in Konradsreuth auch wieder zu Ende. Neben dem guten Gebäck im Magen und ein paar Kugelschreibern nahmen wir viele interessante Eindrücke von der Firmen- und Arbeitswelt mit nach Hause.

Jonah Petrahn und Fabian Rudolph, Schiller-Gymnasium Hof

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