Kontinuität in Waldershof Baugenossenschaft besteht seit 100 Jahren

Aufsichtsrat und Vorstand sind stolz auf 100 Jahre Baugenossenschaft (von links): Josef Gmeiner, Gabi Beer-Langer, Martina Seiler, Hubert Kellner, Matthias Hasselbacher, Andreas Herrmann, zweiter Bürgermeister Mario Rabenbauer, Werner Schöffel und Claudia Legath Foto: /Oswald Zintl

Im Geschäftsjahr 2020 verzeichnet das Waldershofer Unternehmen einen Bilanzgewinn von 20 303 Euro. Das Geld geht in die Rückstellung.

Waldershof - Die Baugenossenschaft Waldershof kann in diesem Jahr auf eine 100-jährige Geschichte zurückblicken. Das war natürlich ein Thema bei der Mitgliederversammlung. Doch zuerst zur Gegenwart: Das genossenschaftliche Unternehmen hat im Jahr 2020 einen Bilanzgewinn von 20 303 Euro erwirtschaftet, der komplett in die Rücklage gestellt wird.

Vor der Abstimmung über die Verwendung des Gewinns sagte Aufsichtsratsvorsitzender Hubert Kellner: „Wir können und wollen nicht unverantwortlich viel Geld abziehen, das wir dringend für Instandsetzungen und Sanierungen in der Zukunft benötigen. Waldershof ist mehr denn je ein guter Standort für Wohnungsvermietungen.“ Die Mitglieder stimmten dem Antrag zu.

Der Aufsichtsratsvorsitzende bestätigte, dass er vom Vorstand über alle Angelegenheiten der Genossenschaft laufend und lückenlos unterrichtet wurde. Dank sagte Hubert Kellner an Gabi Beer-Langer, die seit vielen Jahren für die Verwaltungsarbeiten verantwortlich zeichnet und an die Vorstandsmitglieder An-dreas Herrmann und Werner Schöffel, die viel Zeit ehrenamtlich einbringen. Zum Bestand der Baugenossenschaft gehören 75 Wohnungen – davon sind 57 mit Zentralheizung ausgestattet – sowie 22 Garagen und sechs Stellplätze. Aktuell sind alle Wohnungen vermietet.

118 Mitglieder

Im Geschäftsjahr 2020 wurden für Instandsetzungsmaßnahmen 70 201 Euro ausgeben, im Jahr zuvor waren es 114 681 Euro. Aktuell halten 118 Mitglieder der Genossenschaft ein Geschäftsguthaben von 48 550 Euro.

Gegründet wurde die Baugenossenschaft am 7. April 1921 unter der Regie des Bürgermeisters Bernhard Eiber und der Gemeinderatsmitglieder. Es trugen sich damals 21 Personen ein, darunter viele Handwerker und Porzellanarbeiter. Auf Zuruf wurden damals der Bürgermeister, Josef Rebitzer, Josef Beer, August Schimmel und Peter Greger in den Aufsichtsrat gewählt. Dieses Gremium schlug für den Vorstand Sägewerksbesitzer Anton Schug, Alois Fachtan und Michael Matthes vor.

Bereits am 31. Mai des gleichen Jahres lagen die Kosten (16 000 Reichsmark) und Pläne für die Häuser in der Marktredwitzer Straße vor. Und am 3. Oktober waren die Häuser fast bezugsfertig. Ein Jahr später wurden für den gleichen Bereich zwei weitere Häuser geplant. Bis zum Jahr 1927 wurden alle Häuser in der Bahnhofstraße 27 bis 35 und in der Bergstraße gebaut.

Aus der Geschichte

Zuschüsse gab es damals von der Gemeinde; die Porzellanfabrik Haviland und das Sägewerk Schug stellten den Baugrund zur Verfügung und gaben zusätzlich zinslose Darlehen. In den Jahren 1948, 1953 und 1962 wurde weiter kräftig gebaut. 1972 entstanden zwei Wohnblöcke in der Martin-Luther-Straße mit 18 Eigentumswohnungen, die von der Genossenschaft bis 2014 verwaltet wurden. Im Jahr 1995 wurde ein Neubau am Kirchsteig realisiert.

Natürlich geben die Protokolle auch kleine Schmankerln her: So durften bei Zustimmung aller Mieter zwei Kleinmilchtiere gehalten werden; im Jahr 1929 wurde erstmals eine Hausordnung erlassen. Jedes Jahr wurden Wohnungsbesichtigungen durch den Vorstand vorgenommen. Auch gab es in der Anfangszeit bereits Zwangsräumungen wegen Mietrückständen.

Im Bereich der Bahnhofstraße waren in den Genossenschaftshäusern auch gewerbliche Mieter wie die Post, ein Elektrogeschäft, ein Blumengeschäft und eine Fahrschule untergebracht. In früheren Jahren hatte auch der Landpolizist dort seine Wohnung.

Kontinuität gab es bei den Aufsichtsratsvorsitzenden in den zurückliegenden 100 Jahren: Bernhard Eiber (1921 bis 1938), Josef Schug (1938 bis 1941), Georg Dütsch (1941 bis 1975), Hermann Hofmann (1975 bis 2000) und Hubert Kellner seit dem Jahr 2000.

Fusionen mit dem Bauverein wurden in den Jahren 1968, 1972 und 1995 angeregt, kamen aber nicht zum Tragen.

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