Konzept erstellt Ameisenschutz in Waldershof

Werner Robl
Konrad Zier vom Landesbund für Vogelschutz hatte eine Informationstafel mitgebracht, die das Leben der Roten Waldameise beleuchtet (Bild). Die Tafel wird, so versicherten Bürgermeisterin Margit Bayer (links) und Biodiversitätsberaterin Cornelia Straubinger „an einer dafür geeigneten Stelle im Stadtbereich Waldershof angebracht“. Foto: Werner Robl

Bei einem Ortstermin in Hohenhard hat Bürgermeisterin Margit Bayer nun offiziell ein Projekt zum Schutz seltener Ameisenarten gestartet. Ein Mäh- und Pflegekonzept ist erstellt.

Viele Menschen nehmen Ameisen oft als lästige Insekten wahr. Dabei sind sie ein wichtiger Bestandteil unserer Umwelt. Die Nützlinge erledigen für die Natur zahlreiche Aufgaben. Schädlinge werden dezimiert. „Ameisen halten die Natur sauber“, schreibt Biodiversitätsberaterin Cornelia Straubinger in einer Pressemitteilung. Straubinger verweist auf die Fressgewohnheiten der kleinen Tiere, die auch Speisereste, Lebensmittelabfälle und tote Tiere vertilgen. Eine große Rolle spielen die Ameisen aber auch als Beute anderer Tiere, zum Beispiel von Spechten.

Lebensraum sichern

Die bekannteste Vertreterin unter den schützenswerten Ameisen sind die Waldameisen (Formica). Über Jahre hinweg stocken sie hohe Nester auf, um von dort aus in einem Umkreis von rund 300 Metern aktiv zu sein. Allerdings werden die Bauten oft beschädigt. Deshalb gehen die Stadt Waldershof, der Landesbund für Vogelschutz (LBV) und die Ortsgruppe des Bundes Naturschutz (BN) seit einigen Jahren mit gutem Beispiel voran. In Abstimmung mit dem Bauhof hat die Stadt Waldershof jetzt auch ein Mähkonzept entwickelt, um den Erhalt der Tiere und ihres Lebensraums zu sichern.

Aus diesem Grund hatte nun Bürgermeisterin Margit Bayer zu einem Treffen nach Hohenhard eingeladen. Anlass für den Ortstermin war die Auftaktveranstaltung für das Projekt „Schutz der Ameisenarten“ im Raum Waldershof. Der Einladung waren neben Bauhofleiter Markus Kremser Ursula Schimmel vom BN, die Vertreterin der Unteren Naturschutzbehörde Claudia Fuchs und die Biodiversitätsberaterin Cornelia Straubinger gefolgt. Mit dabei auch Konrad Zier vom LBV Waldershof; den Landesverband Ameisenschutzwarte vertrat Thomas Döhler.

Erstes Hinweisschild

In den Mittelpunkt des Treffens rückte eine kleine Tafel am Brandweg – ein vom Verkehr wenig berührter Seitenast der Kreisstraße TIR 3 – in Hohenhard. Seit einigen Tagen weist das neue Schild, das erste von vielen, auf hier lebende Wiesenameisen hin. Damit wird auch klar, weshalb man sich in Waldershof darauf geeinigt hat, in diesem Bereich nur noch in unregelmäßigen Abständen und besonders vorsichtig zu mähen.

„Weitere Informationstafeln werden noch in diesem Herbst auch an anderen Flächen mit erhaltenswerten Wald- und Wiesenameisen angebracht“, berichtet die Untere Naturschutzbehörde in ihrem Schreiben. Ziel sei es, den Schutz der Ameisenbauten zu verbessern und die Akzeptanz für das „wichtige Thema“ zu erhöhen, teilt die Biodiversitätsberaterin mit.

Anders als die Waldameise errichtet die Wiesenameise kein hohes Nest. Und trotzdem leben hier Tausende der Tiere. In welcher Tiefe? „Das kann man“, sagt Konrad Zier vom Landesbund für Vogelschutz, „nur schätzen.“ Ein Meter tief vielleicht, meint der Fachmann aus Waldershof.

Böschungen bevorzugt

Laut Biodiversitätsberaterin Cornelia Straubinger ist der Raum Waldershof ein Ameisen-Hotspot. „Ameisen lieben Böschungen und Wegränder. Königinnen können bis zu 20 Jahre, ihre Untergebenen bis zu fünf Jahre alt werden, ergänzt Konrad Zier.

In der Stadtverwaltung Waldershof ist man sich bewusst, dass der Bereich künf-tig schlechter gemäht werden kann. Mit viel Rücksicht werde dort auch der Win-terdienst arbeiten müssen. Bürgermeisterin Margit Bayer spricht von einer „Gratwanderung“, die aber umsetzbar sei. „Die Grabenentwässerung muss aber weiter funktionieren“, macht sie deutlich und betont: „Die regelmäßigen Treffen mit Vertretern der Stadt Waldershof sind enorm wichtig.“

Die gute Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde bestätigt auch Ursula Schimmel vom Bund Naturschutz: „Jeder lernt dazu.“ Diese Aussage kann Margit Bayer nur unterstreichen und verspricht, dass die sensiblen Maßnahmen in Sachen Naturschutz weiter vorangetrieben würden. Die Bürgermeisterin betont: „Ich hoffe, dass wir gemeinsam noch viele Projekte pflegen können, um, was den Erhalt unserer Natur betrifft, ein wachsendes Bewusstsein schaffen zu können.“

 

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