Konzert des Bachchors Mit Herz und Anspruch

Der Bachchor Münchberg füllt bei seinem Adventskonzert die Münchberger Stadtkirche, als wäre es schon Weihnachten. Das Programm hatte seine technischen Tücken.

„Ich steh an deiner Krippen hier. Ich sehe dich mit Freuden an und kann mich nicht satt sehen“, so heißt es in dem von Paul Gerhardt 1653 gedichteten Lied, zu dem Johann Sebastian Bach Melodie und Bass geschrieben hat. Der Dichter kann sich also – wie in diesem Lied ausgedrückt – nicht satt sehen an dem Heiland in der Krippe. Am Nachmittag des dritten Adventssonntages in der Münchberger Stadtkirche konnte man sich auch nicht satt hören an dem Gesang des Münchberger Bachchores.

Nach der Werbung weiterlesen

Die Chorarbeit des Münchberger Bachchores zeichnet sich leicht bemerkbar durch seine beachtliche Qualität aus. Mal ist der Chorklang zart und idyllisch, mal kräftig und majestätisch, zuweilen tänzerisch – immer beweglich –, stimmlich, vom Tempo her und der dynamischen Abstufung, sicher und wach auf das nuancenreiche Dirigat seines Chorleiters Jürgen Kerz reagierend.

Die Kirche war voll wie an Weihnachten. Kerz hatte in seiner Begrüßung dem Publikum gewünscht, zur Ruhe zu kommen aus der Hektik und eingeladen, mal herunterzufahren angesichts der Situation, dass man in den Nachrichten „fast nur noch von Unfrieden und mangelndem Geld hört und sich darauf zu konzentrieren, dass Jesus Christus in unser Leben kommt, in unser Herz einziehen möchte, damit es allen gut geht“.

Der festlichen Eröffnung mit „Tochter Zion“ in flottem Tempo folgten vierzehn Lieder und Motetten quer durch die Musikepochen. Der schwierige Satz zu „Maria durch ein Dornwald ging“ von Kaminski hört sich beim Bachchor leicht an, die komplizierten Rhythmen klingen ganz selbstverständlich geschmeidig. Die Motette „Übers Gebirg Maria geht“ von Eccard war der Höhepunkt des ersten Teiles. Sensibel aufeinander hörend wurden die polyphonen Strukturen herausgearbeitet. Bei „Es wird scho glei dumpa“ verzauberte der Chor mit sanften Stimmen. Im starken musikalischen Gegensatz dazu standen die rhythmischen Versionen von „Fröhliche Weihnacht überall“ und dem Spiritual „Virgin Mary“. Humorvoll wünschte der Bachchor seinem Publikum in der Zugabe „White Christmas“ Schnee an Weihnachten. So wurde das Konzert zum Genuss auch für anspruchsvolle Hörer.

Pfarrer Sebastian Schiller von der katholischen Gemeinde trug in ökumenischer Verbundenheit zwei Geschichten bei und Jürgen Kerz spielte ein weihnachtliches Orgelstück mit Klängen von spanischen Trompeten, Zimbeln, Flöten und Glöckchen.

Musikalisch versierte Sängerinnen und Sänger sind eingeladen, im Januar dazuzukommen, wenn der Bachchor das Oratorium „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn erarbeitet und im Juni 2024 mit den Hofer Symphonikern aufführt. Interessierte können sich melden unter juergen.kerz@elkb.de oder 09251/969406.