Konzert in Marktredwitz Weihnacht mit den Skyscrapers

Uschi Geiger
Sie sorgten am vierten Adventswochenende für musikalischen Hochgenuss: das A-cappella-Ensemble Skyscrapers mit (von links) Markus Dorschner, Christian Hartmann, Julia Süß, Claudia Seibt, Florian Niedrig (Leitung) und Johannes Geiger. Foto: pr.

Das Konzert der sechsköpfigen Gruppe in der Marktredwitzer Pfarrkirche Herz Jesu begeisterte die Zuhörer. Stehende Ovationen waren das Ergebnis.

Sie haben es nicht verlernt, im Gegenteil: Mit ihrem ersten Weihnachtskonzert nach einer langen Pandemiepause lockten die Skyscrapers am Samstag mehrere Hundert erwartungsvolle Zuhörer in die Pfarrkirche Herz Jesu und präsentierten ein erfrischend knackiges Programm, das durchaus auch seine sentimentalen Momente hatte.

„Home for Christmas“ haben die sechs Mitglieder des A-cappella-Ensembles Florian Niedrig (Leitung, Tenor), Julia Süß (Sopran), Claudia Seibt (Alt), Christian Hartmann(Bass), Johannes Geiger (Bariton, Beatbox) und Markus Dorschner (Bass) das Konzert betitelt, und was Letzterer bei der Anmoderation der Stücke sagte, sprach wohl vielen im Publikum aus dem Herzen: Heimkommen, das Zusammensein mit vertrauten Menschen, Fürsorge geben und empfangen und dabei den Blick auf eine immer friedloser werdende Welt nicht verweigern.

Erfrischend unkonventionell

Aus der „unermesslichen Vielfalt der Weihnachtslieder“, wie Dorschner sagte, haben es den Skyscrapers offensichtlich besonders die Arrangements der hochdekorierten US-amerikanischen A-cappella-Formation Pentatonix angetan, was auf knapp die Hälfte der Titel zutraf: „Joy To The World“, „The First Noël“, „White Winter Hymnal“, „Away In A Manger“, „Little Drummer Boy“, „Carol Of The Bells“, „Hallelujah“ – alles hochkomplexe, erfrischend unkonventionell harmonisierte Interpretationen bekannter Weihnachtslieder, bei denen die Solistinnen und Solisten glänzten und der Chorklang punktgenau und dennoch fließend alles umrahmte.

Für den rhythmisch präzisen Zusammenhalt sorgte dabei der „Human Beatbox“, der mit Mund, Nase und Rachen täuschend echt Schlagzeug und andere Perkussionsinstrumente nachahmt. Aber auch die anderen Arrangements hatten es in sich, von einem launigen „Santa Claus Is Coming To Town“ über das allgegenwärtige „Last Christmas“, das hoffnungsvolle „Driving Home For Christmas“ und das engagierte „Happy X-Mas“ bis zum lyrisch-nachdenklichen „Mary Did You Know?“.

Bei den Skyscrapers hörte sich alles ganz mühelos und souverän an. Richtig ans Herz ging es für das Publikum bei den beiden deutschen Titeln des Konzerts: Ein mehrstimmiger Satz des alten Weihnachtsliedes „Süßer die Glocken nie klingen“ war allen gewidmet, die „die Weihnachtszeit für die Kinder so besonders machen“, und eine gefühlvolle Hommage an eigene Kindheitserinnerungen. Worauf es an Weihnachten wirklich ankommt, vermittelten die Skyscrapers mit ihrer zweiten und letzten Zugabe „Wir sagen euch an den lieben Advent“ –traumhaft gesetzt mit sich behutsam steigernden Parts von Solisten und Ensemble, ein eindringlicher Appell in einem ansonsten mäuschenstillen Kirchenraum: „Nun tragt eurer Güte leuchtenden Schein weit in die dunkle Welt hinein.“ So könnte man Weihnachten wohl wirklich feiern.

Zwanzigjährige Geschichte

Dass die Intonation stimmte, dass die Dynamik nichts zu wünschen übrigließ, dass die Stimmen sowohl solistisch als auch im Zusammenklang ein Genuss waren, bräuchte man eigentlich nicht zu erwähnen, das versteht sich bei den Skyscrapers von selbst. Und sie haben ihre Fans nach wie vor in allen Altersstufen, wie am Samstag wieder deutlich wurde. Das A-cappella-Ensemble, das seine Wurzeln in der Jugendband einer Marktredwitzer Pfarrei hat und bereits auf eine über zwanzigjährige Geschichte zurückblicken kann, ist bei allem überregionalen Erfolg ein sympathisches „Eigengewächs“ des Fichtelgebirges geblieben und war auch diesmal wieder ganz nah am Puls der Zuhörer. Die bedankten sich mit stehenden Ovationen. Auch das bräuchte man nicht extra zu erwähnen.

 

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