Kooperation Theater-AG war gestern

Besiegeln die Kooperation: Rektor Sebastian Lehmann (links) und Marco Stickel vom Jungen Theater Hof. Foto: /Theater

Theater Hof und Mittelschule Schwarzenbach an der Saale schließen einen Kooperationsvertrag. Davon sollen alle Seiten profitieren, allen voran die Schüler.

Schwarzenbach an der Saale - Theater ist mehr als Kunstgenuss und Vergnügen – es gehört ins Alltagsleben. Jetzt auch für die Jungen und Mädchen der Geschwister-Scholl-Mittelschule, die in diesem Schuljahr die neu ins Leben gerufene Theaterklasse besuchen, mit der sich die Schule profilieren will. Die Tinte ist noch frisch, mit der Rektor Sebastian Lehmann, stellvertretende Landrätin Annika Popp und Marco Stickel vom Jungen Theater Hof den Kooperationsvertrag zwischen Schule und Theater Hof unterschrieben haben. Im Rahmen der Kooperation ermöglicht die Schule allen Schülern einmal im Jahr den Besuch einer Vorstellung des Theaters Hofs. Im Gegenzug kommt das Junge Theater Hof in die Schule und bietet ein komplettes theaterpädagogisches Rahmenprogramm an.

„Hier geht es um mehr als eine Theater-AG“, betont der Schulleiter. „Wir wollen den Kindern ermöglichen, über den Tellerrand hinauszublicken.“ Zwei Wochenstunden werden sich künftig die Schülerinnen und Schüler mit allem beschäftigen, was Theater ausmacht – und das bis zum Ende der Schulzeit. Es geht um nachhaltige Persönlichkeitsentwicklung, die Stärkung der Sprache und des persönlichen Auftritts, um Musik und Taktgefühl, Reflektion, Meinungsbildung und die Stärkung von Demokratie. Die Geschwister-Scholl-Mittelschule ist bereits die vierzehnte Schule aus Stadt und Landkreis Hof, die mit dem Theater Hof kooperiert.

„Ich freue mich besonders darüber, dass die Mittelschule den Weg zu uns gefunden hat“, merkt Stickel an. Deren Absolventen blieben meist in der Region, arbeiteten in den hiesigen Betrieben. So kämen die Früchte der Theaterarbeit hier zum Tragen. Jugendliche seien offen für Impulse, hätten viel Spontanität und Entwicklungspotenzial, das es zu wecken gelte. In seiner langjährigen Jugendarbeit habe er oft erstaunliche Entwicklungssprünge feststellen können.

„Die anderen Fächer, wie Mathematik oder Naturwissenschaften, werden deshalb nicht zu kurz kommen“, meint Rektor Lehmann. Vieles fließe in die Theaterarbeit ein. So spiegele sich zum Beispiel in Märchen und Fabeln die Geschichte einer Region. „Theater ist nicht nur Hochkultur, es geht jeden an“, meint Annika Popp, die selbst Erfahrung hat, was die Theaterarbeit an Schulen betrifft. Gefordert sei eine Bildung von Kopf, Herz und Hand, und dafür sei das Theater bestens geeignet. Es brauche aber auch Lehrer mit Visionen und Tatkraft, die ihre Aufgabe mit Herzblut erfüllen. Schulrat Manfred Riedel weiß aus Erfahrung, wie fruchtbar die Zusammenarbeit zwischen Schule und Theater sein kann. Er wünscht viel Erfolg. Auch Bürgermeister Hans-Peter Baumann hält das Projekt für hilfreich und fördernd. „Die ganze Schulfamilie steht dahinter.“ Neben den Kommunen fördern auch andere die Zusammenarbeit von Schule und Theater Hof: der Förderkreis Schule, die Firma Sandler, die VR-Bank und Hähnchen-Härtel gratulieren zum Start des Theaterprojekts. „Auch wir profitieren davon, wenn die Auszubildenden Selbstwertgefühl entwickelt haben und gut auftreten können“, meint Guido Baumgärtner, Bereichsleiter Personal der Firma Sandler. Die Mittelschule werde oft unterschätzt. Sie sollte mehr Selbstwertgefühl entwickeln. Das unterstreichen auch Roland Marx vom Förderverein Schule und Anke Härtel.

 

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