Kornberg Bürgerinitiative kritisiert Landrat Bär

Bereits jetzt ist der Kornberg ein beliebtes Ziel für Mountainbiker. Foto: Florian Miedl

Die Initiative „Ruhe für den Kornberg“, wirft dem Hofer Landrat Oliver Bär vor, die Öffentlichkeit zu täuschen. Auch Fragen zur Finanzierung seien noch offen.

Schönwald/Rehau - Udo Benker-Wienands, Sprecher der Initiative „Ruhe für den Kornberg“, meldet sich in Form einer Pressemitteilung zu den Inhalten der jüngste Sitzung des Zweckverbands für den entstehenden Mountainbikepark am Großen Kornberg zu Wort. Unsere Zeitung berichtete. „Mit Verwunderung müssen wir die Aussagen der Verantwortlichen des Zweckverbands zur Kenntnis nehmen“, teilt er mit.

Zur Zeit, also noch bis zum 28. Februar, läuft die Einwendungsfrist im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung für das Freizeitparkprojekt. Danach müssen nach Verfahrensrecht diese Einwendungen entsprechend gewürdigt werden und in einer öffentlichen Anhörung abgewogen werden. Erst danach kann festgestellt werden, ob das Projekt überhaupt genehmigt und eine Baugenehmigung erteilt werden kann. Gegen diese Baugenehmigung hätten dann der Bund Naturschutz und der Landesbund für Vogelschutz als anerkannte Naturschutzverbände, wie alle anderen Verbände auch, Gelegenheit zu klagen. Erst nach einem Abschluss des Erörterungsverfahrens oder möglicher Gerichtsverfahren kann nach einer gültigen Genehmigung der Bau begonnen werden.

„Wenn nun der Zweckverbandsvorsitzende Oliver Bär, seines Zeichens Landrat des Landkreises Hof, ankündigt, dass im August 2021 die Anlage bereits nutzbar sein soll, so kann das nur als eine bewusste Täuschung der Öffentlichkeit gewertet werden“, schreibt Benker-Wienands. „ Wenn man noch dazu nach eigener Darstellung den Bau möglichst umwelt- und naturschonend durchführen will, bedeutet das in vielen Bereichen bodenschonende Handarbeit, die viel Zeit in Anspruch nehmen wird. Wir befürchten, dass es anders kommt.“

Solche Befürchtungen müsse man auch haben, wenn Landrat Bär bezüglich der Zufahrtsstraße bei Spielberg von einer „richtigen Erneuerung“ spricht. Die Initiative „Ruhe für den Kornberg“ wundere sich, dass die vorhandene asphaltierte Straße von Spielberg kommend einfach um einige hundert Meter verlängert und womöglich auch verbreitert werden soll. „Ist dafür bereits eine Baugenehmigung beantragt und erteilt worden?“, fragt Benker-Wienands. „Den ausgelegten Plänen ist diesbezüglich keine Information zu entnehmen. Die Kosten werden jovial dem Zweckverband aufgebürdet.“

Die Initiative „Ruhe für den Kornberg“ stellt dazu fest, dass der Zweckverband aus den Mitgliedern Landkreis Hof und Landkreis Wunsiedel sowie den Gemeinden Schwarzenbach an der Saale, Rehau, Schönwald, Selb, Marktleuthen und Kirchenlamitz besteht. „Die Bürger dieser Mitgliedskommunen und Landkreise werden mit ihren Steuergeldern die Errichtung der Straße und den Mountainbikepark in den nächsten Jahren finanzieren.“ Ein Fragenkatalog zur gesamten Finanzierung des Projekts, den die Initiative gestellt habe, sei bisher unbeantwortet geblieben.

 
 

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