Kornberg Vogelschützer klagen auch gegen Bike-Park

Der Landesbund für Vogelschutz hat gegen das Bike-Trail-Projekt am Kornberg Klage eingereicht. Die Vogelschützer bemängeln Fehler in der Baugenehmigung und zu wenig Rücksichtnahme auf die Natur. Auch der Fichtelgebirgsverein und die Initiative „Ruhe am Kornberg“ beschreiten den Rechtsweg.

Am Kornberg sind verschiedene Vogelarten zu Hause – wie etwa das Auerhuhn. Der Landesbund für Vogelschutz bemängelt, dass es keinerlei Prüfung gab, ob der Bike-Park die Tiere gefährdet. Foto: dpa//Sebastian Kahnert

Hof/Hilpoltstein - Nun klagt auch der Landesbund für Vogelschutz (LBV) gegen das Bike-Trail-Projekt am Kornberg. Nach dem Fichtelgebirgsverein und der Initiative „Ruhe für den Kornberg“ ist der LBV nun die dritte Organisation, die sich für den Rechtsweg entschieden hat. Wie der LBV am Donnerstagabend mitteilte, hat er Klage gegen die Baugenehmigung am Verwaltungsgericht in Bayreuth eingereicht. Der Bike-Park ist ein gemeinsames Projekt der Landkreise Hof und Wunsiedel.

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Mitte Juli hatte das Landratsamt Wunsiedel die Baugenehmigung erlassen. Der Bescheid weist aus Sicht des LBV Fehler und fachliche und inhaltliche Defizite auf. Man erwarte, dass sich Behörden an gesetzliche Vorgaben halten: „Dies ist bei der Erteilung der Baugenehmigung für den Mountainbike-Trailpark am Kornberg nicht der Fall“, sagt LBV-Geschäftsführer Helmut Beran. So sei nicht geprüft worden, ob sich die Eingriffe auf die Bestände von Auerhuhn, Weißrückenspecht und Eulenarten auswirken. Weitere Kritikpunkte sind unter anderem methodische Fehler in der artenschutzrechtlichen Prüfung und das Fehlen von Ausgleichsmaßnahmen in der Baugenehmigung und das Fehlen einer rechtlichen Sicherung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen. „Für die Ausweisung der Wildschutzzonen hätte die Landschaftsschutzgebiets-Verordnung geändert und die verfügten Betretungsverbote in diese Verordnung integriert werden müssen“, sagt Beran.

Der LBV hat zugleich einen Antrag auf Anordnung einer aufschiebenden Wirkung gestellt, damit nicht schon vollendete Tatsachen geschaffen werden. Beran betont: „Wir werden uns nicht den Schwarzen Peter als Verhinderer zuschieben lassen. Der Grund für mögliche Verzögerungen liegt allein bei den zuständigen Behörden.“ Man könne erwarten, dass die Behörden Naturschutzbelange berücksichtigen und rechtssichere Bescheide erlassen.

Auch Initiative setzt Klage-Drohung in die Tat um

Auch die Initiative „Ruhe am Kornberg“ wird Klage erheben: Das teilte Udo Benker-Wienands ebenfalls am Donnerstagabend mit. Dass die Initiative überlegt hatte, den Rechtsweg zu beschreiten, ist bereits bekannt, nun hat man dies in einer Versammlung auch beschlossen.