Saharastaub in Griechenland Der Himmel über Kreta färbt sich blutrot

Markus Brauer/ , aktualisiert am 02.04.2026 - 19:18 Uhr

Wetter-Alarm in der Ägäis: Feuerwehr im Dauereinsatz, Flüge gestrichen, Fährbetrieb gestoppt – und der Himmel leuchtet plötzlich orangerot. Noch gibt es keine Entwarnung.

Straße auf Kreta: Autos müssen am Tag mit Licht fahren. Foto: Imago/Anadolu Agency

Schwere Unwetter haben in Griechenland große Schäden verursacht und mindestens einen Menschen getötet. Besonders betroffen waren die südliche Ägäis und die Region um Athen. Zu Starkregen und Orkanböen kommt auch eine starke Belastung der Luft mit Saharastaub – unter anderem auf der beliebten Urlaubsinsel Kreta.

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Schäden auf Inseln und Todesopfer bei Athen

Auf Rhodos rückte die Feuerwehr mehr als 50 Mal aus, vor allem wegen umgestürzter Bäume. Auch Stromleitungen, Laternen und Boote wurden beschädigt. Der Zivilschutz rief Bewohner und Touristen per SMS auf, ihre Bewegungen einzuschränken. In einem Vorort von Athen kam es zu Überschwemmungen. Ein Mann kam ums Leben, nachdem ihn Wassermassen mitgerissen und unter einem Auto eingeklemmt hatten.

Der Fährverkehr wurde in vielen Teilen des Landes eingestellt. Mindestens zehn Flüge nach Rhodos wurden am Mittwoch gestrichen oder umgeleitet, inzwischen läuft der Luftverkehr wieder weitgehend normal.

Statue auf Kreta: Der Wüstenstaub behindert erheblich die Sicht. Foto: Imago/Anadolu Agency
Der Saharastaub stammt – wie der Name schon sagt – aus der aus der nordafrikanischen Sahara. Der Wind wirbelt Mineralstaub-Partikel auf, die große Distanzen mit Regentropfen vermischt in der Erdatmosphäre zurücklegen können. Foto: Imago/Anadolu Agency
Wo Regen aufzieht, wird der Staub aus den Wolken gespült und legt sich auf Autos, Balkone, Gartenmöbel und Photovoltaikanlagen. Foto: Imago/Anadolu Agency
Generell geht vom Saharastaub keine große gesundheitliche Gefahr aus. Jedoch steigt die Feinstaubbelastung, die sich bei Atemwegserkrankten bemerkbar machen kann. Diese Konzentration in der Luft fällt regional unterschiedlich aus. Foto: Imago/Anadolu Agency
Wenn der Saharastaub mit Regen auf den Boden prasselt, spricht man von Blutregen. Die rötliche Färbung stammt von dem Wüstensand und Staub meist aus der Sahara, der vom Wind in großen Höhen über das Mittelmeer nach Europa gebracht wird. Foto: Imago/Anadolu Agency
Die Färbung des Regens variiert je nach Farbe des Saharasands von dunkel- und hellgrau über leicht gelblich bis stark rötlich. Tatsächlich handelt es sich eher um Schmutzregen. Foto: Imago/Anadolu Agency
Durch Saharastaub verfärbter Regen ist seit Jahrtausenden bekannt. Schon in der Antike und im Mittelalter wurde der Blutregen als himmlisches Wunderzeichen gedeutet, das von göttlichem Zorn, bevorstehendem Unheil wie Krieg, Seuchen, Hungersnöten oder Unwettern kündet. Foto: Imago/Anadolu Agency
Rund 500 Millionen Tonnen Staub werden jedes Jahr in der Sahara produziert. Durch den Anteil an Nährstoffen wie Calcium und Magnesium spielt der Saharastaub eine wichtige Rolle bei der Versorgung der Wälder. Foto: Imago/Anadolu Agency
So erreichen jährlich 40 Millionen Tonnen Staub die Regenwälder des Amazonas. Aber auch in Deutschland und auf der Iberischen Halbinsel liefert der Saharastaub einen wichtigen Beitrag zur atmosphärischen Düngung. Foto: Imago/Anadolu Agency

Saharastaub verschärft Lage

Auf Kreta sowie den Kykladeninseln Santorini, Naxos und Mykonos brachten starke Südwinde Saharastaub. Dieser färbte den Himmel rötlich und schränkte die Sicht deutlich ein. Meteorologen erwarten weiterhin kräftige Regenfälle, Gewitter und örtlich Hagel. Für Kreta gilt eine erhöhte Unwetterwarnung. Eine Entspannung wird erst für Freitagabend (3. März) erwartet.