Scheiterte der Vorschlag am Ende allein an Belgien?
Nein. Belgiens Regierungschef Bart De Wever hätte ungeachtet der Gefahren zugestimmt, wenn es einen Schutzmechanismus gegeben hätte, der alle Risiken zeitlich und finanziell unbefristet abdeckt. Nach Angaben von Diplomaten waren aber unter anderem Paris und Rom nicht bereit, die notwendigen Mittel dafür zur Verfügung zu stellen.
Was passiert so lange mit dem russischen Vermögen?
Das bleibt erst einmal eingefroren. Bereits vergangene Woche hatten 25 der 27 Mitgliedstaaten dafür gestimmt, eine Rückübertragung von den festgesetzten Mitteln nach Russland unbefristet zu verbieten. Zuvor mussten die EU-Sanktionsbeschlüsse zu den Mitteln alle sechs Monate einstimmig verlängert werden. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hatte nach der Entscheidung erklärt, der Beschluss stelle sicher, dass die russischen Milliarden auf EU-Boden blieben - es sei denn, Russland leiste der Ukraine vollständige Wiedergutmachung für die durch den Krieg verursachten Schäden.
Kann der Plan der EU die US-Initiative zur Beendigung des russischen Angriffskrieges gefährden?
EU-Ratspräsident António Costa sieht dieses Risiko nicht. "Unser Ziel ist nicht, den Krieg zu verlängern. Im Gegenteil: Die heutigen Entscheidungen sind ein entscheidender Beitrag, um einen gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine zu erreichen", sagte er nach dem Gipfel.