Weitere Aspekte sollen in einer endgültigen Vereinbarung geklärt werden. Der Zeitraum von 60 Tagen erscheint hierbei als knapp. Verhandlungen zum in Wien geschlossenen Atomdeal von 2015 dauerten fast zwei Jahre. Das Portal "Politico" berichtet unter Berufung auf US-Quellen, der Iran habe hinter den Kulissen bereits größere Zugeständnisse beim Atomprogramm gemacht.
Keine explizite Erwähnung findet die iranische Forderung, in Zukunft Gebühren für die Schiffsdurchfahrt durch die Straße von Hormus zu verlangen. Die gebührenfreie Schifffahrt durch die Straße von Hormus gilt aber nur für das Verhandlungsfenster von 60 Tagen. Zukünftige Regeln soll der Iran mit dem Oman erörtern - im Dialog mit anderen Anrainerstaaten des Persischen Golfs.
Zudem fehlen Forderungen, die die USA noch bis Ausbruch des Kriegs Ende Februar eingebracht hatten: Eine Einhegung des iranischen Raketenprogramms und ein Ende der Unterstützung regionaler Milizen wie die Hisbollah im Libanon oder die Huthi im Jemen.
Was bleibt unklar in dem Rahmenabkommen?
Das Portal "Axios" berichtet unter Berufung auf US-Beamte, der Iran erhalte schrittweise Leistungen, wenn Bedingungen erfüllt würden. Genauer ist das in dem Text nicht festgelegt.
Zu den undeutlich formulierten Leistungen zählt etwa die Freigabe iranischer Vermögenswerte - ein technisch und rechtlich nach Expertenmeinung kompliziertes Unterfangen. Sanktionserleichterungen könne der US-Präsident zwar mit Ausnahmegenehmigungen, wenn diese mit nationalen Sicherheitsinteressen begründet werden, gewähren, erklärt Sascha Lohmann von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin. Dies gelte jedoch nur, bis ein finales Abkommen erzielt sei. Dann müsse der Kongress zustimmen.
Von einer Aufhebung der Sanktionen hängt maßgeblich ab, ob ein mindestens 300 Milliarden US-Dollar schwerer Wiederaufbaufonds Erfolg hat. Nach "Axios"-Informationen sollen die Gelder von privaten Investoren aus den Golfstaaten sowie aus Asien kommen. Die Initiative erinnert an Investitionsinitiativen zum Aufbau von Gaza, die bisher nicht zustande gekommen sind.
Wer kann welche Erfolge verbuchen?
Bis zum Kriegsbeginn am 28. Februar war die für den internationalen Energiehandel wichtige Straße von Hormus für den Schiffsverkehr offen. Als Reaktion auf den Angriff der USA und Israels blockierte Teheran die Meeresenge dann fast komplett. Nun kann der Iran die Wiedereröffnung an Zugeständnisse knüpfen.
Ein Aussetzen der Ölsanktionen gegen den Iran während der weiteren Verhandlungen könnte dem Land massive zusätzliche Einnahmen bescheren. Das Ende der US-Seeblockade iranischer Häfen erlaubt der Führung in Teheran beispielsweise, unterbrochene Lieferketten wieder herzustellen.
Durch die Straße von Hormus liefen rund 20 Prozent des weltweiten Energiehandels. Dass jetzt wieder Öl und Gas aus der Golfregion kommen, dürfte nicht nur bei der US-Regierung, sondern international für Aufatmen sorgen.