Wie die israelische Nachrichtenseite "ynet" unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person berichtete, sollen die Gespräche zwischen Israel und dem Libanon nächste Woche in Washington stattfinden. Demnach sollen zunächst die US-Botschafter der beiden verfeindeten Länder daran teilnehmen.
Auch die israelische Zeitung "Maariv" meldete, dass die Gespräche nächste Woche beginnen sollen. Der israelische Sender N12 berichte von Verhandlungen "voraussichtlich Anfang nächster Woche". Ein Sprecher von Netanjahu wollte die Zeitangabe auf Anfrage zunächst nicht bestätigen.
Das Auswärtige Amt in Berlin begrüßte Netanjahus Ankündigung: "Die Direktgespräche können ein wichtiger erster Schritt sein hin zu einer gemeinsamen Zukunft als Nachbarn, in der Israels legitime Sicherheitsinteressen und Libanons Recht auf territoriale Integrität und Souveränität gleichermaßen Rechnung getragen werden kann", teilte eine Sprecherin mit.
"Pakistan-Modell" für Verhandlungen?
Für die erwarteten Gespräche zwischen Israel und dem Libanon wurde aus libanesischen Regierungskreisen ein "Pakistan-Modell" vorgeschlagen, angelehnt an ein ähnliches Vorgehen bei den Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA. Dieses sehe eine zweiwöchige Feuerpause vor, wobei Gespräche 72 Stunden nach Inkrafttreten beginnen sollen.
Den Angaben zufolge soll die libanesische Delegation von dem Ex-Botschafter in den USA, Simon Karam, geleitet werden. Ihr würden zudem weitere Mitglieder angehören, die im Rahmen der verfassungsmäßigen Befugnisse des Präsidenten bestimmt werden, darunter auch ein schiitischer Vertreter. Im aktuellen Krieg ist die libanesische Regierung keine aktive Kriegspartei. Die schiitische und vom Iran unterstütze Hisbollah beschießt sich derzeit mit dem israelischen Militär. Eine schiitische Repräsentation ist für den Erfolg von Verhandlungen daher wichtig.
Kritik von der Hisbollah
Der libanesische Abgeordnete der Hisbollah, Ali Fajad, forderte die Regierung dazu auf, auf eine Waffenruhe als Voraussetzung für weitere Schritte zu bestehen. Erst danach sollten nachfolgende Maßnahmen in Betracht gezogen werden.
Hisbollah-Chef Naim Kassim hatte zuletzt gesagt, Gespräche unter andauerndem Beschuss kämen einer Kapitulation gleich und würden den Libanon seiner Handlungsfähigkeit berauben. Verhandlungen seien grundsätzlich abzulehnen, solange der Gegner weiterhin Gebiete besetze und tägliche Angriffe fortsetze.