Krimi in der HUK-Arena Unentschieden für den HSC Coburg

Es ging zur Sache in der HUK-Arena: Die Eulen-Abwehr stoppt Tobias Varvne (Mitte). Foto: /Frank Wunderatsch

Der HSC 2000 Coburg kommt im Kellerduell der 1. Handball-Bundesliga nicht über ein Remis hinaus. Das Mraz-Team trennt sich von den Eulen Ludwigshafen am Dienstag mit 23:23 (13:13).

Coburg - Weder Fisch noch Fleisch! Der HSC 2000 Coburg ist am Dienstag im zweiten Kellerduell innerhalb von wenigen Tagen in der 1. Handball-Bundesliga nicht über ein Unentschieden hinausgekommen. Nach dem 27:29 in Essen gab es nach einem hochdramatischen Heimspiel gegen die Eulen Ludwigshafen ein 23:23 (13:13). Was der eine Punkt unterm Strich wert ist, wird sich erst im weiteren Verlauf der Saison zeigen. Von den ursprünglich angepeilten vier Zählern gegen die beiden direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt ist jetzt nur einer geworden.

Vor der Partie betonte Coburgs Torjäger Florian Billek, dass der Weg zum Erfolg in so einer Partie nur über Aggressivität, Tempo und Emotionen gehen werde. HSC-Geschäftsführer Jan Gorr sagte im Sky-Interview, dass der HSC 2000 zu alter Heimstärke zurückfinden wolle und auf das Kollektiv setze.

Die Begegnung nahm sofort Fahrt auf, keine Spur von Nervosität bei den Kontrahenten. Sie präsentierten sich selbstbewusst, einsatzfreudig und treffsicher. So konnte sich zunächst keine Mannschaft absetzen. Nach knapp über einer Viertelstunde stand es 9:9 in der sehr intensiven Partie.

Auch in der Folge verlief das Duell ausgeglichen, ehe der HSC in der 21. Minute beim 12:10 erstmals mit zwei Toren in Front gehen konnte. Als Torhüter Jan Kulhanek den Anschlusstreffer der Eulen mit einer glänzenden Parade verhindert hatte, nahm Coburgs Trainer Alois Mraz eine Auszeit und forderte: „Jetzt machen wir ein Tor.“ Seine Jungs erhörten ihn aber nicht. Zwar war weiterhin viel Bewegung im HSC-Spiel, die Durchschlagskraft und Torausbeute ließ aber zu wünschen übrig. So kamen die Ludwigshafener wieder ran und glichen in der 27. Minute zum 12:12 aus. Der überragende Tobias Varvne brachte den HSC mit seinem vierten Tor wieder in Führung, die Maximilian Haider aber zum 13:13-Halbzeitstand egalisieren konnte.

Es war also der erwartet enge und von Kampf geprägte Abstiegskracher in der HUK-Arena. Beim HSC war durchaus noch Luft nach oben, was die Statistiken der Torhüterleistungen und Wurfquoten nach 30 Minuten zeigten. Bei beiden hatten die Gäste deutlich die Nase vorne. Nach einem Pfostentreffer von Varvne erzielten die Eulen den ersten Treffer in Hälfte zwei durch Hendrik Wagner. zum 13:14. Als Gästetorwart Gorazd Skof hervorragend gehalten hatte, konnte sein Pendant Jan Kulhanek im Gegenzug die erste Zwei-Tore-Führung der Ludwigshafener verhindern. Das wichtige 14:14 markierte Florian Billek.

In der Folge scheiterten die Coburger einige Mal am sich steigernden Skof im Tor der Eulen und gerieten nach 39 Minuten mit 14:16 in Rückstand. Der HSC tat sich schwer gegen die zupackende Ludwigshafener Abwehr, fand keine guten Lösungen mehr und kassierte das 14:17. Ganz wichtig waren die Tore von Billek und Varvne, die Coburg im Spiel hielten beim 16:18.

Eine umstrittene Zwei-Minuten-Strafe gegen Coburgs Drasko Nenadic sorgte anschließend für Diskussionen, blieb aber folgenlos. Varvnes 17:18 brachte den HSC wieder auf ein Tor heran. Die Partie wurde immer hektischer, nun war Nervenstärke gefragt. Trotz einer doppelten Zeitstrafe gegen Pouya wegen Foulspiel und Reklamieren gelang Coburg durch Neuhold der Ausgleich zum 19:19.

Es standen spannende zehn Schlussminuten bevor und nach dem 19:20 nahm Alois Mraz die nächste Auszeit. Nach einer Abwehr durch den Kreis gab es Siebenmeter für Coburg: Florian Billek gelang das wichtige 20:20 sieben Minuten vor der Schlusssirene.

Nun steuerte die Begegnung auf ihren Höhepunkt zu. Dominik Mappes 20:21, Billek per Siebenmeter zum 21:21, Parade Poltrum und Varvne 22:21.

Dramatik pur in den letzten drei Minuten: Valiullin glich wieder aus zum 22:22, mit einem Siebenmeter stellte Pascal Durak sogar auf 22:23. Dann kassierten Haider und Falk Zwei-Minuten-Strafen und Billek traf vom Punkt zum 23:23. Die dezimierten Gäste hatten nun in den verbliebenen 25 Sekunden die Chance zum Siegtreffer.

Zwei Sekunden vor Ende gab es einen Freiwurf für die Gäste, den Valliullin über das Coburger Gehäuse zimmerte. So blieb es beim leistungsgerechten Remis. Auf den ersten Heimsieg der Saison muss der HSC also weiterhin warten.

Statistik

HSC 2000 Coburg: Jan Kulhanek, Konstantin Poltrum, Fabian Apfel – Pouya Norouzinezhad, Felix Sproß, Dominic Kelm, Drasko Nenadic, Florian Billek (6/3), Pontus Zetterman (1), Tobias Varvne (7), Felix Dettenthaler, Justin Kurch (1), Stepan Zeman (2), Milos Grozdanic (4/3), Christoph Neuhold (2).

Eulen Ludwigshafen: Martin Tomovski, Gorazd Skof, Leon Hoblaj, Philipp Grimm, Gunnar Dietrich, Jonathan Scholz (1), Maximilian Haider (2), Sergey Gorpishin, Alexander Falk, Pascal Durak (5/4), Pascal Bührer, Dominik Mappes (7), Hendrik Wagner (4), Yessine Meddeb, Max Neuhaus, Azat Valiullin (4).

Schiedsrichter: Thomas Kern/Thorsten Kuschel.

Zeitstrafen: 5 (Drasko Nenadic und jeweils zwei für Pouya Norouzinezhad und Justin Kurch)/6 (Azat Valiullin, Hendrik Wagner, Pascal Durak, Alexander Falk und zwei für Maximilian Haider).

Spielfilm: 1:0 (2.), 1:1 (2.), 2:2 (5.), 3:3 (6.), 4:4 (7.), 5:5 (8.), 5:6 (9.), 7:6 (11.), 8:7 (13.), 8:8 (15.), 9:9 (16.), 10:10 (19.), 12:10 (21.), 12:11 (25.), 12:12 (27.), 13:12 (27.), 13:13 (Halbzeit), 13:14 (32.), 14:14 (34.), 14:16 (39.), 14:17 (40.), 16:18 (42.), 17:18 (44.), 18:19 (46.), 19:19 (50.), 20:20 (53.), 21:21 (55.), 22:21 (56.), 22:22 (57.), 22:23 (59.), 23:23 (Endstand).

 
 

Bilder