Kriminelle Hacker Datenleck mit teuren Folgen

Guido Bohsem

Der Staat sollte sich nicht erpressen lassen. Wie hoch die Kosten dieser Einstellung sind, wird sich nun zeigen.

Guido Bohsem Foto: hcsb

Von Helmut Schmidt stammt der Leitsatz, der Staat solle nicht mit Terroristen verhandeln, sich nicht erpressen lassen. Insofern hat der Berliner Senat alles richtig gemacht, als er sich weigerte, der  kriminellen Hackergruppe Rhysida die Summe von etwa zwei Millionen Euro zu zahlen. In der Konsequenz hat Rhysida jetzt etwa 1,44 Millionen Daten aus der Berliner Verwaltung veröffentlicht, darunter offenbar Angaben über Mitarbeiter, aber auch sicherheitsrelevante Informationen über Heizkraftwerke, Tanklager, Notstromanlagen und Umspannwerke. Einen ähnlichen, weniger dramatischen Angriff hatte Rhysida im Frühjahr auf ein Dienstleistungsunternehmen verübt, das mit der Stadt Stuttgart zusammengearbeitet hat.

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Aktuell ist nicht abzusehen, welche Folgen aus dem Datenleck drohen. Die Informationen über die sicherheitsrelevanten Einrichtungen könnten sich beispielsweise mit denen decken, die ohnehin öffentlich zugänglich sind. Im schlimmsten Fall muss die Hauptstadt mit zusätzlichen Angriffen auf die öffentliche Infrastruktur rechnen. Im vergangenen Winter hatte ein entsprechender Anschlag über Tage 45.000 Haushalte vom Strom getrennt.

Tatsächlich gibt es keinen 100‑prozentigen Schutz. Mit genügend Aufwand und Geschick lassen sich auch die besten Sicherheitsvorkehrungen umgehen. Es geht darum, diesen Aufwand so in die Höhe zu treiben, dass man mit den Cyber-Kriminellen gar nicht verhandeln muss. kommentare@verlagsgruppe-hcsb.de

Achtung: In einer früheren Fassung des Kommentars war der Vorgang in Stuttgart weniger ausführlich dargestellt worden. Um Missverständnisse auszuschließen, haben wir die Angaben präzisiert.