Kriminelles Vorgehen Polizei zieht gegen Fälscher von Impfpässen zu Felde

Wird normalerweise vom Arzt ausgefüllt: der Impfpass. Foto: dpa/Martin Schutt

Bereits jetzt gibt es in Oberfranken rund 70 Verfahren wegen falscher Bescheinigungen. Vier mutmaßliche Täter sitzen in Haft.

Bayreuth - Angesichts der verschärften Bestimmungen zur Eindämmung und Bekämpfung der Corona-Pandemie warnen Polizei und Staatsanwaltschaften in Oberfranken dringend davor, die Regelungen mit gefälschten Impfausweisen oder Testnachweisen zu umgehen. Wer solche Nachweise herstellt oder verkauft, macht sich der Urkundenfälschung strafbar. Nach jüngsten Gesetzesverschärfungen werden aber auch die Nutzer solcher gefälschter Dokumente strafbar. Bestraft wird nicht erst der Gebrauch, sondern schon die Beschaffung. Dafür gibt es nach einer Neufassung des Infektionsschutzgesetzes nicht nur hohe Geldstrafen, sondern auch Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren.

Polizei und Justiz weisen darauf hin, dass diese Strafen nicht nur auf dem Papier stehen. Schon vor der Verschärfung der Bestimmungen sind allein in Oberfranken rund 70 Verfahren eingeleitet worden. Die Staatsanwaltschaften in Hof, Coburg, Bayreuth und Bamberg erwirkten in diesem Jahr bereits 25 Durchsuchungsbeschlüsse. Vier mutmaßliche Täter sitzen in Untersuchungshaft.

Auch in den nächsten Monaten wird der Kontrolldruck nicht nachlassen. Apotheker, Ärzte, Gastronomen oder sonstige Berufsgruppen, die 2- oder 3G-Regelungen überprüfen und mit potentiellen Fälschungen in Kontakt treten, seien sensibilisiert und angehalten, bei Verdachtsmomenten die Polizei zu verständigen.

Um gefälschte Impfausweise zu entlarven, können folgende Punkte überprüft werden:

• Ist der Impfpass auf eine Person namentlich ausgestellt?

• Befinden sich mehr als die Corona-Eintragungen im Impfpass?

• Ist der Stempel des impfenden Arztes echt?

• Stimmt der Inhalt des Impfpasses mit den Angaben des Benutzers überein?

• Machen die Klebeetiketten einen echten Eindruck?

Entscheidend sei hier der Gesamteindruck des Dokumentes. Bei Zweifeln wird gebeten, die Polizei zu verständigen. Dort können verdächtige Bescheinigungen mit entsprechendem technischem Equipment, zum Beispiel Dokumentenprüfgeräten, schnell identifiziert werden. Zudem können die Ermittler die auf den Impfetiketten angegebene Chargennummer auf ihre Echtheit überprüfen.

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