Künstlerhaus Schirnding Perpektivenwechsel mit Gerhard Syha

Matthias Kuhn
Gerhard Syha im angeregten Austausch mit Architekt Thomas Sticht und Begleitung. Foto: Matthias Kuhn

Der Fotograf zeigt im Künstlerhaus Schirnding seine Bilder. Zu sehen sind Naturaufnahmen aus dem Fichtelgebirge, Architektur, Menschen und die ein oder andere Spielerei.

„Faszination Fotographie“ hat Gerhard Syha seine Ausstellung genannt, die er vor Kurzem in Künstlerhaus Schirnding eröffnet hat.

Der 13. Platz im Bayerischen Fotoverband steht zu Buche. In Deutschland gehört er zu den 100 besten Fotografen. In Oberfranken hat er natürlich alle Preise gewonnen, auch jene, die extra für ihn geschaffen wurden, da er alle anderen schon hatte. Bis hin zum montierten goldenen Löwen. Er ist der erste und bisher einzige Träger dieses Preises.

Fotograf und Unterstützer

Die Laudatio auf Gerhard Syha ist nur so mit Ehrungen gespickt. Wolfgang Stark ist auch von dem Unterstützer und Helfer Gerhard Syha begeistert, der Kollegen immer mit Rat und Tat zur Seite steht. Der Laudator ist als „neidischer Kollege“, als befreundeter Vereinsbruder im Fotoclub Arzberg und in seiner Funktion als Regionalvorsitzender Oberfranken des Deutschen Fotoverbandes mehr als vorbestimmt, den Künstler würdig einzuführen.

Manfred Herold aus Fuchsmühl und Karl Friedrich Bauer aus Marktredwitz waren mit in der Fotogruppe, die sich vor über fünfzig Jahren am Otto-Hahn-Gymnasium Marktredwitz zusammengefunden hatte. Sie sind – ebenso wie der Bruder aus München – die Gäste, über die sich der Fotograf am meisten freut. Dabei ist eine große Besucherschar ins Künstlerhaus gekommen. Für die musikalische Begleitung sorgte an diesem Abend Helene Bienfang von der heimischen Musikschule mit einem wunderbaren Vortrag.

Leihgabe vom Medienzentrum

Seinen besonderen Dank richtet der Künstler an das Medienzentrum Wunsiedel, das ihn mit seinen eigenen Bildern unterstützt hatte. Sie stellten die Fotoreihe über das Fichtelgebirge, die er als Auftragsarbeit angefertigt hat und die sonst die Räume des Zentrums schmückt, als Leihgabe für die Ausstellung zur Verfügung.

Auf die Frage, warum er nicht hauptberuflich Fotograf werden wolle, gab er früher flapsig zur Antwort: „Dann muß ich mir ja ein neues Hobby suchen!“ Außerdem habe er als Lehrer auch seine Berufung gefunden. Seine Frau sei leidgeplagt, müsse sie doch bei Wanderungen alle Umwege und zusätzlichen Kilometer mitgehen. „Nur, weil noch eine bestimmte Ansicht eines Motivs fehlt“, sagte Gerhard Syha. „Nicht immer kann dabei auch die vorher besprochene Zielführung eingehalten werden.“

Mandalas und Spielereien

Die Fichtelgebirgs-Bilder reichten nicht für das Künstlerhaus, also mussten sie ergänzt werden. So findet der Besucher auch Bilder von der Insel Rügen. Portraits sind ebenso zu finden wie Mandalas, die als Spielerei am Computer aus Ansichten von Schirnding Marktredwitz, Selb und Wunsiedel entstanden sind. Einen eigenen Block in der Ausstellung formen die Bilder, die Architektur zum Motiv haben. Ob Speicherstadt oder Dockland in Hamburg, ob „Ginger und Fred“, ein Gebäude in Prag, das an ein tanzendes Paar erinnert, oder aber das Ensemble in der Klingerstraße in Marktredwitz. Immer sieht sie der Betrachter aus ungewohnter Perspektiven, die ein neues Licht auf die Häuser wirft. Zu Syhas Werk gehören aber auch Table-Top- und People-Fotografie.

Besonderes Augenmerk legt Gerhard Syha auf das Fichtelgebirge. Dafür hat er sogar eine eigene Website eingerichtet, www.Fichtelfotos.de. In der Region hatte der Fotograf schon Einzelausstellungen in Schwarzenbach/Saale, Selb, Marktredwitz, Wunsiedel, Thiersheim und Arzberg. Des Weiteren in der Landeshauptstadt München und im österreichischen Bad Aussee. Wer sich einen Eindruck von den eindrucksvollen Bildern des Fotografen machen möchte, hat bis 6. Juni die Gelegenheit im Künstlerhaus in Schirnding. Immer am Wochenende von 14 bis 17 Uhr und auch am Pfingstmontag ist geöffnet.

 

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