Künstlerkolonie Fichtelgebirge Im Tandem mit Freudenstadt und dem Erzgebirge

Der neu gewählte Vorstand der Künstlerkolonie Fichtelgebirge (von links): Dr. Robert Grötschel, Stefan Wladarsch Foto: Lichtakzent GMBH/Joerg Gulden

Die Küko betreut als „Beste-Praxis-Projekt“ Netzwerke aus Sachsen und Baden-Württemberg. Auf den neuen Vorstand kommt einiges zu.

Wunsiedel - Die Künstlerkolonie Fichtelgebirge (Küko) ist von der Initiative „KreativLandTransfer“ (KLT) als eines der besten ländlichen Netzwerke Deutschlands ausgewählt worden. Damit ist die Küko einer der sechs beispielhaften Mentoren, die jeweils zwei andere Netzwerke aus Deutschland betreuen (wir berichteten).

„KreativLandTransfer“ hat aus 16 Bewerbern, die von der Küko lernen wollten, zwei ausgewählt. Diese sogenannten Tandem-Projekt-Partner sind das Netzwerk Kreatives Erzgebirge, Region Erzgebirge in Sachsen, und die „Werk. Stadt. Schwarzwald“, Freudenstadt in Baden-Württemberg. Beide sind eher in Richtung Wirtschaftsförderung aktiv und suchen nun Unterstützung, um ein Bottom-up-Netzwerk wie die Küko aufzubauen.

Wissen transferieren

In den nächsten 18 Monaten werden, wie „KreativLandTransfer“ mitteilt, diese Tandem-Projekte von dem „Beste-Praxis-Projekt“ Küko begleitet. Dabei soll in einem Mentoring-Programm, das von KLT konzeptionell betreut wird, das Wissen des Mentor-Netzwerks in neue Kontexte und die jeweils anderen Räume transferiert werden.

Für Küko-Vorsitzende Sabine Gollner ist die Nachricht von den beiden Tandem-Partnern noch ganz frisch: „Ich vermute, dass wir uns im Herbst kennenlernen.“ Sie rechnet dann in den 18 Monaten mit etwa zehn Treffen, bei denen man sich austauschen wird; ob virtuell oder persönlich, werde man sehen. „Vielleicht besuchen uns Vertreter der Netzwerke auch bei einer Veranstaltung.“ Sabine Gollner erwartet auch, dass es eine Art Kick-off-Veranstaltung von „KreativLandTransfer“ geben wird, bei der man sich kennenlernen kann und erste Anstöße gegeben werden. Dass zumindest im Erzgebirge viel Kreativität vorzufinden ist, hat sie bei privaten Kontakten lange vor dem Projekt schon festgestellt.

Treffen digital und in Präsenz

KLT unterstützt jedes Mentor-Netzwerk – hier also die Künstlerkolonie Fichtelgebirge – pro Tandem-Projekt mit einmalig 4000 Euro. „Das ist für eineinhalb Jahre nicht viel“, gibt Gollner zu bedenken. „Die Summe ist mit einer Veranstaltung fast schon aufgebraucht.“ Sie rechnet aber auch damit, dass es für alle 18 Teilnehmer – sechs Mentoren und zwölf Tandem-Partner – gemeinsame Veranstaltungen geben wird.

Auf jeden Fall gibt es tatsächlich noch im August, spätestens im September ein digitales Treffen aller Teilnehmer zum gegenseitigen Kennenlernen. Das bestätigt Katja Mans, die Projektleiterin bei KLT. „Im Oktober soll – dann hoffentlich in Präsenz – eine Ideenwerkstatt mit Workshops folgen an einem zentralen Ort im Bundesgebiet.“

Herausforderungen und Ziele

Bis dahin kann sich jeder – Teilnehmer oder Interessierter – in einer Wissensplattform auf der Homepage von „KreativLandTransfer“ über die Transfer-Konzepte informieren. „Darüber hinaus“, fährt Mans fort, „bietet das KLT Coachings an, um zu erfahren, wo die Partner, die mit ihren Vorhaben noch am Anfang stehen, Hilfe brauchen – sei es im Marketing oder bei Förderanträgen. Wir wollen auch selbst herausfinden, wo für die Netzwerke die Herausforderungen liegen und welche Ziele sie haben.“ Während der 18-monatigen Laufzeit sollen etwa bei Halbzeit Zwischenergebnisse präsentiert werden; im Januar 2023 ist eine große gemeinsame Abschlussveranstaltung geplant, bei der die Ergebnisse des Tandem-Projekts präsentiert werden.

„Die Bewerbungen haben gezeigt: Viele Kreative sehen ihre Zukunft auf dem Land“, sagt Stephanie Hock, die Juryvorsitzende von MFG-Baden-Württemberg. „Größere Gestaltungsmöglichkeiten, der Wunsch, nachhaltig zu leben und vor allem die Digitalisierung sind Treiber dieser Entwicklung. Die nun ausgezeichneten Projekte stehen noch am Anfang, haben die Jury aber durch ihre Potenziale überzeugt.“

Mehr Informationen zu den Projekten gibt es im Netz unter www.kreativlandtransfer.de.

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