Interpretation ist entscheidend
„Eine KI produziert nur schwarze Punkte“, so Brümmer. Wie die Musik klingt, hänge entscheidend von der Interpretation ab – was das Stuttgarter Kammerorchester eindrucksvoll unter Beweis stellte. Dessen Intendant Markus Korselt findet es reizvoll, „der Technik künstlerisches Potenzial abzuringen“. Und die Entwicklung gehe weiter: „Noch lachen wir – aber in zehn oder 20 Jahren wird es uns vielleicht schwerfallen zu erkennen, ob ein Stück von einer Maschine komponiert wurde.“ Solche Fragen wurden bereits 1957 diskutiert, als die „Illiac-Suite“ vorgestellt wurde. Das Streichquartett hatte ein Computer geschrieben, dem man einige Kompositionsregeln einprogrammiert hatte. Das Ergebnis klingt interessant, aber nicht übermäßig musikalisch. Rechenleistung war damals aber auch noch ein knappes Gut.