"Das Beunruhigende ist nicht, dass eine KI eine Phishing-E-Mail verfasst hat", sagte Hudson. Kriminelle automatisierten Phishing-Angriffe seit Jahren. "Beunruhigend ist vielmehr, dass Forscher ein autonomes System mit dem öffentlichen Internet verbunden, ihm erlaubt haben, Identitäten zu erstellen und mit einer realen Open-Source-Lieferkette zu interagieren, und sein Verhalten erst im Nachhinein entdeckt haben."
Hudson betonte, dass ein KI-Modell für solche Aktionen weder Bewusstsein noch böse Absicht benötige. "Man sichert einen autonomen Agenten nicht, indem man darauf hofft, dass er die Regeln richtig interpretiert. Dies als Versagen der Schutzmechanismen zu bezeichnen, greift zu kurz. Es handelt sich um ein Versagen der grundlegenden Sicherheitsarchitektur."
Sorge beim BSI
Auch deutsche Sicherheitsbehörden beobachten die rasanten Fortschritte bei der autonomen Fehlersuche durch Künstliche Intelligenz mit wachsender Sorge. Bereits bei der Ankündigung von Mythos 5 im Frühjahr warnte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor tiefgreifenden Konsequenzen für die IT-Sicherheit. BSI-Präsidentin Claudia Plattner sprach von "weitreichenden Umwälzungen im Umgang mit Sicherheitslücken und in der Schwachstellenlandschaft insgesamt", die unmittelbare Auswirkungen auf die nationale und europäische Sicherheit haben könnten.