Trotz des Umfangs des Datensatzes weisen die Forscher darauf hin, dass große Teile der Welt noch wenig erforscht sind. Die Daten konzentrierten sich stark auf Nordamerika und Europa, mit begrenzter Abdeckung der Südhalbkugel und wenig Daten aus Regionen wie Südostasien, Indien und Australien.
„Das Fehlen von Daten bedeutet nicht, dass das Problem nicht vorhanden ist“, unterstreicht Kalinski. „Es bedeutet, dass wir noch nicht genau genug hingeschaut haben.“
Langfristige ökologische Folgen weitgehend unbekannt
Die Auswirkungen der kumulativen chemischen Konzentrationen und ihre langfristigen ökologischen Folgen sind weitgehend unbekannt. Die Studie belegt deutlich, dass der Mensch die Meeres-Chemie verändert. Was das für die Meereslebewesen, Nahrungsketten oder die Ökosystemresilienz bedeutet, müssten Folgeuntersuchungen zeigen.
Die Ergebnisse verdeutlichen eine umfassendere, oft übersehene Tatsache: Alltägliche Aktivitäten wie Autofahren, Putzen und Körperpflege tragen zur Verbreitung von Chemikalien bei. Gleiches gilt für Lebensmittelverpackungen. Diese Chemikalien werden in den Abfluss gespült oder vom Regenwasser mitgeführt und gelangen über Flüsse und Abwassersysteme schließlich ins Meer.
„Was wir an Land verwenden, verschwindet nicht einfach“, sagt Kalinski. „Es landet oft im Meer, der letzten Senke.“