Kulmbach/Buch am Sand Alarmierung erfolgt nach Schlagwörtern

Zwei kleine Brände zogen am Wochenende umfangreiche Alarmierungen nach sich. Das, sagt die Leitstelle, sei nicht "Overkill", sondern gut durchdacht.

Kulmbach/Buch am Sand - Zweimal sind am Wochenende zahlreiche Rettungskräfte zu Bränden ausgerückt, die sich am Ende als Bagatellen erwiesen haben. Besonders das beeindruckende Feuerwehr-Aufgebot, das am Samstagnachmittag aus mehreren Landkreisen nach Buch am Sand geschickt worden war, hat auch im Dorf Diskussionen ausgelöst, ob da die Leitstelle nicht zu viel des Guten getan hat. Doch Leitstellen-Chef Thomas Schleicher weist das zurück. "In Buch am Sand haben wir eine recht enge Bebauung, und die Brandstelle lag mitten im Ort. Wenn da wirklich was brennt, läuft man der Lage hinterher, wenn man zu wenige Kräfte losschickt", macht der Rettungsfachmann deutlich.

Die Rauchwolke, die am Samstagnachmittag über Buch am Sand stand, war weithin zu sehen. Ein Autofahrer, der sie entdeckt hatte, meldete der Leitstelle, es brenne ein großes Futtermittelsilo, möglicherweise auch eine Scheune. "Wir arbeiten mit Schlag- und Stichwörtern", erklärt Thomas Schleicher. Bei Schlagwörtern wie dieser und der örtlichen Lage werden im Zweifel mehr Kräfte losgeschickt. Allemal besser, die Feuerwehren können wieder umkehren als dass bei einem wirklich großen Feuer die Retter zu spät eintreffen.

Am Ende war es dann lediglich ein Misthaufen, der sich vermutlich selbst entzündet hatte und von dem keinerlei Gefahr für nebenstehende Gebäude ausgegangen war. Das Feuer konnte auch sehr schnell gelöscht werden, die meisten Feuerwehrkräfte wurden über Funk verständigt, dass sie wieder umkehren können. Trotzdem war das Aufgebot an Einsatzfahrzeugen, die dann noch vor Ort in Buch am Sand waren, beeindruckend.

Wie wichtig es ist, gerade in einem eng bebauten Ortskern schnell schlagkräftig zupacken zu können, das hat man bei dem großen Brand in Menchau im vergangenen Herbst gesehen. Wären nicht so viele Feuerwehren angerückt, wäre wahrscheinlich noch viel mehr als der ganze ursprünglich betroffene Bauernhof abgebrannt. Den vielen Kräften war es zu verdanken, dass die Flammen nicht noch auf weitere Gebäude im Ort übergreifen konnten.

"Brandgeruch auf der Plassenburg" ließ dann am Sonntagnachmittag erneut die Alarmglocken besonders laut schellen. Erneut wurden zahlreiche Kräfte mobilisiert, auch wenn es sich schnell herausgestellt hat, dass lediglich ein Kondensator an einer Leuchte durchgeschmort war. Für die Plassenburg, sagt Thomas Schleicher, gebe es, wie auch für andere aus unterschiedlichsten Gründen bedeutenden Gebäude, einen Sonderalarmplan. Zum einen gilt es, ein unersetzliches Kulturgut zu schützen. Zum anderen: Wenn es tatsächlich auf der Burg brennen sollte, muss die Versorgung mit Löschwasser hoch oben auf dem Berg gesichert werden. Das benötigt eine ziemliche Manpower. "Es kommt immer darauf an, was brennt, was der Anrufer mitteilt und wie der Disponent das dann einschätzt", erklärt der Chef der Leitstelle den Hintergrund, warum es manchmal so aussehen mag, dass zu viele Kräfte alarmiert werden, auch wenn das gute Gründe hat.

 

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