Kulmbach Bundes-AWO weist Aures in die Schranken

Bis vor Kurzem verteilte die Kulmbacher Awo noch Gutscheine und Essens-pakete an die Mitarbeiter von Pflegeeinrichtungen. Foto: Frank Rumpenhorst

Der Ehemann der SPD-Abgeordneten aus Kulmbach soll keine Aufträge der AWO mehr bekommen. Weitere Forderungen werden geprüft.

Kulmbach - Der AWO-Kreisverband Kulmbach wird keine Aufträge mehr an das Architekturbüro von Hans-Hermann Drenske, den Ehemann der Kreisvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Inge Aures erteilen. Über etwaige Rückforderungsansprüche gegen den ehemaligen Kreisvorsitzenden Oskar Schmidt sollen die Mitglieder des Kreisvorstandes entscheiden. Das teilte am Mittwochnachmittag der AWO-Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler mit. Er fasste damit die wesentlichen Ergebnisse eines Aufsichtsverfahrens zusammen, das der AWO-Bundesverband seit Monaten gegen den Kreisverband Kulmbach führt.

Wie mehrfach berichtet, hatte es ab dem Frühjahr dieses Jahres heftige öffentliche Kritik daran gegeben, dass die Kulmbacher AWO seit geraumer Zeit alle Architektenaufträge ohne Ausschreibung an den Ehemann von Aures vergibt. Weitere Kritik entzündete sich an der Beschäftigung des ehemaligen Kreisvorsitzenden Oskar Schmidt als Bauherren-Vertretung, wofür dieser als Rentner eine sechsstellige Summe erhalten habe. Bei einem Treffen in Kulmbach seien am Dienstag die Ergebnisse der Prüfung vorgestellt worden, schildert der Bundesvorsitzende. Dort habe es, so Stadler, "eine intensive Debatte" gegeben. Man sei sich am Ende einig gewesen, dass das Architekturbüro keine Aufträge mehr erhalten werde, "um jegliche Interessenkollision von vorneherein zu unterbinden". Aus demselben Grunde sei vereinbart worden, dass die "Regelungen zur Trennung von Führung und Aufsicht künftig strikt eingehalten werden müssen".

Der Bundesvorsitzende fordert den Kreisvorstand auf, in Zukunft vollkommen transparent miteinander umzugehen. Hier habe es in der Vergangenheit Vorkommnisse gegeben, die zu vermeidbaren Konflikten geführt hätten. Alle weiteren Schritte lägen bei den Mitgliedern der AWO. Wenig verblümt fordert Stadler Aures auf, über ihre Zukunft nachzudenken: "Die Sachverhalte und Ergebnisse sollten spätestens vor den Wahlen bei der nächsten Kreiskonferenz thematisiert und debattiert werden."

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