80 Million Euro. Soviel kostet es, alle Grund- und Mittelschulen in der Stadt Kulmbach zu sanieren. Ein gewaltiger Stau, der nicht auf Dauer so bleiben kann. Schließlich, so haben es die Mitglieder des Stadtrats erst kürzlich mal wieder erfahren, sind Toilettenanlagen in üblen Zuständen, durch so manches Schuldach regnet es, der Putz bröckelt von den Wänden. Das sind alles andere als optimale Bedingungen für die Schulkinder. Der Stadtrat ist sich dessen bewusst. Allen ist klar: Diese anstehenden Sanierungen können nicht zeitgleich in Angriff genommen werden. Dafür hat die Stadt kein Geld. Einigkeit besteht auch noch zu einem anderen Thema: Als erstes soll die Pestalozzischule an die Reihe kommen. knapp 20 Millionen Bedarf sind dafür schon 2021 errechnet worden. Mit den Teuerungen in der Zwischenzeit dürfte der Betrag, den man braucht, um dieses „ortsbildprägende Denkmal“ zu renovieren, um Etliches in die Höhe geklettert sein. Ein riesiger Brocken. Ihn zu verdauen, gehe wohl nur, wenn dafür ein anderes Denkmal aufgegeben wird: Die Obere Schule, so hat der Stadtrat nun kürzlich zähneknirschend zugestimmt, soll auf Sicht geschlossen, die Schulsprengel verändert und die Kinder aus der Oberen Schule in die Pestalozzischule geschickt werden. Bis es so weit ist, werden noch Jahre ins Land gehen. Bauchschmerzen macht es einigen Stadträten schon heute. Man fahre, was die Schulsanierungen angeht, auf Sicht, hat OB Ingo Lehmann (SPD) gesagt. Es gehe nur ein Schritt nach dem anderen. Wenn die Stadt für die Sanierung der Pestalozzischule die höchstmögliche Förderung will, müsse die Pille geschluckt werden, die mit der Veränderung der Schulsprengel einhergeht.
Kulmbach Die Obere Schule steht vor dem Aus
Melitta Burger 04.10.2024 - 12:30 Uhr