Kulmbach Faustschläge und Fußtritte

Faustschläge und Fußtritte Quelle: Unbekannt

Eine Schlägerei am Kressenstein im November 2019 wird in Kulmbach verhandelt. Zwei Männer stehen wegen mehrerer Straftaten vor Gericht. Ein Urteil steht noch aus.

Kulmbach - Eine ganze Reihe von Straftaten wirft die Staatsanwaltschaft zwei jungen Männern vor. Vor Gericht müssen sich der 34-jährige Arbeiter, der mittlerweile in Österreich lebt, und sein 24-jähriger Kumpel, ein Arbeiter ohne festen Wohnsitz, unter anderem wegen Drogenbesitzes, Diebstahl und mehrfacher Körperverletzung verantworten.

So wurde der 34-Jährige einmal mit einem halben Gramm Crystal in der Tasche, ein anderes Mal mit 0,65 Gramm Haschisch in einer Kulmbacher Spielothek erwischt. Sein Kumpel betätigte sich derweil als Ladendieb und ließ in einem Supermarkt ein Tablet und einen Kopfhörer im Gesamtwert von 140 Euro mitgehen.

Zusammen sollen sie unterwegs gewesen sein, und das ist der Hauptpunkt der Anklage, als der 24-Jährige am 15. November des vergangenen Jahres gegen 21.50 Uhr am Kressenstein auf offener Straße einem anderen Mann einen kräftigen Faustschlag verpasste. Der Kumpel des Täters rastete daraufhin richtig aus. Die Rede ist von drei kräftigen Faustschlägen, einem Tritt mit dem Fuß gegen den Kopf des Opfers. Der Mann erlitt schwere Prellungen. Auch ein Zahn wurde ihm abgebrochen.

Vor Gericht ließen die beiden Angeklagten ihre Anwälte sprechen. Christian Barthelmes aus Bamberg erklärte für seinen 34-jährigen Mandanten, dass dieser den Besitz des Rauschgiftes einräume. Sein Mandant sei damals regelmäßiger Konsument gewesen.

Auch Verteidiger Ralph Pittroff aus Kulmbach erklärte für seinen Mandanten den Ladendiebstahl für zutreffend. Sein Mandant habe die Gegenstände zu Geld machen wollen, um sich davon Alkohol und Drogen beschaffen zu können.

Nicht so einfach war es dagegen mit dem Körperverletzungsdelikt. Der 24-Jährige sei alkoholbedingt ausfällig geworden, da habe sein Mandant deeskalierend wirken sollen, sagte der Verteidiger des 34-Jährigen. Wenig später hätten drei bis vier junge Leute den 24-Jährigen angegriffen und zu Boden geworfen, da habe sein Mandant lediglich eingegriffen. Er habe die Angreifer vertreiben wollen, sei dann aber selbst von den anderen in den Würgegriff genommen worden.

Dabei sei es wohl zu einigen Schlägen gekommen. Getreten habe er aber nicht, und schon gar nicht ein am Boden liegendes Opfer. Strafbar habe sich sein Mandant aber nicht gemacht, denn wenn er um sich geschlagen habe, dann lediglich aus Notwehr.

Gar keine Erinnerung an den Vorfall will der 24-jährige Angeklagte haben. Sein Mandant habe nicht einmal mehr eine Erinnerung daran, überhaupt auf irgendwelche jungen Leute getroffen zu sein, sagte Verteidiger Pittroff. Der Angeklagte sei damals kurz zuvor erst aus der Strafhaft entlassen worden, habe regelmäßig erhebliche Mengen Alkohol konsumiert und sei ständig betrunken gewesen.

Sie seien grundlos von den beiden Angeklagten angepöbelt worden, erklärte dagegen ein junger Mann aus der Gruppe der vermeintlichen Opfer. Eigentlich habe man damals ins Winterdorf gewollt, doch schon vor dem Holzmarkt sei erst einmal Endstation gewesen. Einer der beiden Angeklagten habe gestänkert. Da hätten sie gefragt, was sein Problem sei und schon habe einer der Angeklagten seine Faust ausgefahren und zugeschlagen.

Die Verhandlung wird mit der Vernehmung weiterer Zeugen fortgesetzt.

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