Kulmbach Gemeinderat zieht einen Schlussstrich

Seit Jahren immer wieder Thema: Die Straße zwischen Fölschnitz und Kauerndorf. Foto: Archiv Fölsche Quelle: Unbekannt

Einen Ausbau der Straße von Fölschnitz nach Kauerndorf wird es bis auf Weiteres nicht geben. Die heiß diskutierte Engstelle aber soll verschwinden.

Ködnitz - "Viel Lärm um nichts", so lautet der Titel einer Komödie von William Shakespeare und so ähnlich kann man auch die Diskussionen rund um die Engstelle und den weiteren Ausbau der Staatsstraße zwischen Fölschnitz und Kauerndorf umschreiben. Am Montagabend zog der Gemeinderat einen Schlussstrich. Die Engstelle wird auf einer Länge von 160 Metern nach den Plänen des Staatlichen Bauamtes beseitigt. Ein Ausbau der Straße nach Kauerndorf ist derzeit kein Thema.

Gemeinderat in Kürze

Der Entwässerungsgraben südwestlich von Ebersbach wird durch die Gemeinde Ködnitz gereinigt. Das wirtschaftlichste Angebot gab die Firma Roh-Bau, Kauerndorf/Ködnitz, ab.

Der Antrag der Firma Münch Energie, Rugendorf, auf Errichtung eines Solarparks in Kauerndorf/Ködnitz wurde einstimmig abgelehnt.

Dem Teilabbruch vom bestehenden Stall/Lager und Anbau eines Technikraumes mit Carport in Kauerndorf wurde das Einvernehmen erteilt.

Für die Feuerwehr Kauerndorf wurde die Bestellung eines Not-Kommandanten (Andreas Hahn) und eines Not-Stellvertreters (Klaus Hanisch) vorgenommen.

Gemeinderat Michael Heisinger übte Kritik daran, dass der Ausbau zwischen Listenberg und Reisighof in einer Freileitung vorgenommen werden soll: "Das ist doch wie im Mittelalter! Wir müssen hier eine Lösung finden. Man ist auch bereit, selbst Baggerarbeiten auszuführen." Bürgermeisterin Anita Sack will die Sachlage nochmals bei der Telekom prüfen lassen.

Bernd Kortschack verwies darauf, dass die GV-Straße nach Listenberg erhebliche Schäden aufweist und bat den Bauhof zu prüfen, ob hier ein Verursacher haftbar gemacht werden kann. Rei.


Die Sitzung war kaum eröffnet, als 2. Bürgermeister Heinz Mösch (CSU) monierte, warum das Thema ebenso wie eine Behandlung eines Schreibens von Prof. Dr. Helmut Kurth keine Berücksichtigung auf der Tagesordnung fand, obwohl dies in der vorangegangenen Sitzung von ihm zum Antrag erhoben worden war. Während der Ausbau mit großer Mehrheit dann aufgenommen wurde, brachten die Räte eine Behandlung des Schreibens von Prof. Dr. Kurth mit 7:6-Stimmen zu Fall.

Bürgermeisterin Anita Sack erinnerte daran, dass ein Vollausbau der Staatsstraße nie ein Thema gewesen sei. Die Entschärfung der Engstelle dagegen sehr wohl. Sie sagte, dass es immer wieder zu gefährlichen Situationen im Begegnungsverkehr komme, vor allem im Schulbus- und Linienverkehr, aber auch im Lieferverkehr oder mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen. "Erst kürzlich kam es zu einem Schulbusunfall mit Schockwirkung für die Kinder im Bus, denn hier wurde die Frontscheibe zersplittert. Unsere Schul- und Linienbusse fahren mehrmals täglich und deshalb ist es so wichtig, die Engstelle zu beseitigen. Ein gefahrloser Transport unserer Kinder und Bürger hat höchste Priorität", machte die Bürgermeisterin deutlich.

Im Oktober hatte Baudirektor Beck dem Gemeinderat die letzten Details der Maßnahme erläutert. Wie Anita Sack dazu noch anmerkte, wurden damals vom Gemeinderat keine Einwände erhoben. Michael Heisinger (Rangen) stellte ergänzend fest, dass es bei der Entschärfung der Engstelle ausschließlich darum geht, die Planung des Staatlichen Bauamtes umzusetzen: "Wir sind uns einig, dass für uns die Beseitigung der Engstelle Priorität hat. Das Staatliche Bauamt lässt sich dabei auf keinen Kompromiss ein, und damit steht fest, entweder wir stimmen dem zu, oder wir lassen es bleiben."

Mit einem leidenschaftlichen Appell wandte sich Melanie Schieber (CSU) an die Kollegen im Gemeinderat: "Wir haben bei den Ortsterminen alle Fragen vom Bauamt beantwortet bekommen. Wir waren uns alle einig, dass nur über die vorläufige Maßnahme abgestimmt wird und nichts anderes."

Schieber, die auch für einen eigenen Beschluss gegen einen weiteren Vorausbau plädierte, sprach dem einen oder anderen Gemeinderat entschieden ins Gewissen: "So geht es doch nicht, einmal so und dann wieder anders abzustimmen." Dem pflichtete auch Thomas Hanisch bei und machte deutlich, dass man sich letztlich auf den Änderungsvorschlag der Straßenbaubehörde verlassen müsse.

Reinhard Kortschack (FW) griff noch den "Offenen Brief" von Prof. Dr. Helmut Kurth auf und sprach in einem Teilbereich von einer Themaverfehlung: "Wir wollen doch überhaupt keinen Vollausbau." Kortschack verwies darauf, dass den 330 Unterschriften rund 800 Gemeindebürger gegenüber stehen, die sich nicht geäußert haben.

Einstimmig sprach sich der Gemeinderat dann für die Entschärfung der Engstelle aus und: "Der Gemeinderat möchte keinen Vollausbau und auch keinen weiteren Ausbau der Staatsstraße 2182."

 

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